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Am Ende des Tages gibt Robby ein Fest

Warum Robby freiwillig in eine Klinik ging, und warum ihm danach ein ganzes Gebirge vom Herzen fiel

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 4 Min.

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Mexiko ist erreicht, wie man deutlich an der Kopfbedeckung sehen kann.
Mexiko ist erreicht, wie man deutlich an der Kopfbedeckung sehen kann.

Heute Abend gibt Robby ein Fest. Nein, die Sektkorken werden bei ihm nicht knallen, sondern - wie immer bei solchen Gelegenheiten - eine Flasche Mineralwasser mit extra viel Kohlensäure. Vielleicht öffnet ja Tausende Kilometer entfernt Frank Schöbel eine Flasche Champagner. Denn: Es ist irgendwie auch sein Fest. Zum einen, weil der Sänger eine ziemliche Summe für das Auto, das heute getauft wird, dazugegeben hat. Zum anderen, weil er gewissermaßen Namensgeber ist: Denn der Wagen, der Robby hoffentlich bis zum Südpol treu begleitet, hört ab sofort auf den Namen »Dodge Franky«. Na dann: Ein extra-prickelndes Mineralwasser über die Kühlerhaube und allzeit gute Fahrt!

Zu Gast bei Honorarkonsul Fritz Eisele (Mitte.)
Zu Gast bei Honorarkonsul Fritz Eisele (Mitte.)

Inzwischen hat Robby die USA in Richtung Mexiko verlassen und ist jetzt landeinwärts unterwegs auf dem Weg nach Mexiko-City. Wie er erzählte, bewegt er sich zur Zeit durch ein Gebiet, das mehr oder weniger fest in der Hand von konkurrierenden Drogenhändlern ist. Söldnertruppen, denen sich aus Männer aus ganz Südamerika anschließen, terrorisieren die Menschen in der Region. »Wir fühlen uns ziemlich verunsichert«, erzählt Robby. »Nie weiß man, mit wem man es zu tun hat. Manchmal habe ich schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich erst einmal jeden mit Argusaugen betrachte und hinter jedem Baum Gefahr wittere, obwohl die meisten Menschen, denen wir begegnen, offen und freundlich sind. Auch die vielen Panzersperren und Militärstreifen, denen man überall begegnet, tragen nicht gerade dazu bei, sich sicher zu fühlen. Anders, als in den USA, ist das Begleitfahrzeug jetzt auch immer direkt hinter mir. Sicher ist sicher.«

Wenn Robby zur Zeit auch nicht ganz unbelastet seinen Weg geht, es gibt auch immer wieder nette Begegnungen. »Die Leute fragen nach dem Wohin und Woher, sind begeistert, wenn sie erfahren, was ich mache, wollen mit mir ein Selfie. Das sind schon sehr schöne und bewegende Momente.«

Nach gründlicher Untersuchung gab der Arzt Entwarnung.
Nach gründlicher Untersuchung gab der Arzt Entwarnung.

Einer inzwischen guten Tradition folgend, traf Robby auch in Monterrey in Mexiko den deutschen Honorarkonsul Fritz Eisele, der ihn zu einem Abend mit anderen, in Mexiko lebenden Deutschen eingeladen hatte. Dabei erzählte Robby auch, dass er im Moment einige Probleme mit dem Schienbein habe. Unter den Gästen des Abends saß auch eine junge Frau, die ihm spontan anbot, ihn in eine gute Klinik zu begleiten, um sich gründlich untersuchen zu lassen. Dort machten die Ärzte einen Ultraschall und Röntgenaufnahmen, um die Ursachen für die starken Schmerzen herauszufinden. »Nach zwei Stunden gab es Entwarnung: Es war zum Glück keine Knochenentzündung, denn das hätte im günstigsten Fall ein paar Wochen Pause, im schlimmsten Fall den Abbruch der ganzen Tour bedeutet«, erzählt Robby sehr erleichtert. Es sei »nur« eine Entzündung im Gewebe, die nun mit Antibiotika behandelt wird und in wenigen Tagen geheilt sein dürfte. Vorrausgesetzt, Robby hält sich an die Worte der Ärzte und läuft nicht so viel.

Überall am Weg sieht man Militär gegen die Drogenbanden.
Überall am Weg sieht man Militär gegen die Drogenbanden.

Das sei schon der Schmerzen wegen in diesen Tagen nicht möglich, meint er. Was allerdings bei einem wie Robby bedeutet, dass er statt 50 Kilometer am Tag nur zwischen 25 und 30 unterwegs ist. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass er sich inzwischen auf einer Seehöhe von 1600 Meter befindet und bis Mexiko-Stadt auf 2000 angelangt sein wird. Da wird die Luft schon ziemlich dünn und die Anstrengung größer. »Jetzt kann ich von dem profitieren, was ich im Höhentrainingslager vor dem Tourstart im vergangenen Winter in Österreich gelernt habe«, sagt Robby.

Ines, so heißt übrigens die junge Frau, die ihn zum Arzt begleitete und auch für ihn dolmetschte, möchte er noch einmal ein ganz besonderes öffentliches Dankeschön sagen. Obwohl sie Robby eigentlich gar nicht kennt, hat sie keine Sekunde gezögert, die umgerechnet etwa 400 Euro Arztkosten vorzuschießen, die fällig waren, bevor überhaupt ein Arzt mit der Behandlung beginnt. »Ich hatte gar nicht so viel Geld dabei«, erzählt er, »Ines hat ohne zu zögern ihre Kreditkarte gezogen und bezahlt. Inzwischen habe ich die Bestätigung von meiner Krankenkasse zuhause, dass sie die Kosten üernimmt. Natürlich werde ich Ines das Geld umgehend zurücküberweisen.«

Der Lauf geht weiter, wenngleich auch langsamer und auf unsicheren Wegen. Nichts destotrotz ist Robby guter Stimmung und schickt Grüße an alle nd-Leserinnen und -leser.
Na dann: Einen guten Lauf durch den Freitag und eine tolle Feier heute Abend! Auf Dodge-Franky! Und komm gut und sicher ans nächste Ziel!

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