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Riskantes Spiel

Union Berlin offenbart beim 3:1 gegen Fürth Probleme

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

Akaki Gogia hätte ganz sicher gern mehr erzählt. Er hätte von seiner Torvorlage und seinem eigenen Treffer zur 2:0-Pausenführung berichten können. So blieb es am Sonnabend nach dem Sieg des 1. FC Union Berlin gegen Greuther Fürth vor der Reporterrunde aber nur bei der Begrüßung und einem breiten Grinsen. Gogia wurde zum Auslaufen mit der Mannschaft gerufen. Die Zeit bis zum Pokalspiel am Dienstag bei Bayer Leverkusen ist knapp, schnelle Regeneration steht auf dem Plan.

Ganz wortlos wollte Gogia dann aber doch nicht gehen. Also drehte er sich nochmal um, grinste und fragte: »3:1 gewonnen, was will man mehr?« Seine Laune dürfte nach der Analyse des Trainers noch besser geworden sein. Jens Keller lobte die Entwicklung des 25-Jährigen, den der 1. FC Union Berlin im Sommer für etwas mehr als eine Million Euro von Dynamo Dresden verpflichtet hatte: »Jetzt zeigt er, warum wir ihn geholt haben.«

Im vorletzten Spiel, dem 2:0 bei Jahn Regensburg, hatte Gogia seinen ersten Saisontreffer erzielt. Die große Stärke des Mittelfeldspielers ist der Torabschluss. Für Dynamo traf er in der vergangenen Zweitligasaison in 22 Spielen zehn Mal. Aber auch seine Dribblings und Pässe können vor dem gegnerischen Tor jederzeit für Gefahr sorgen. Das zeigte Gogia auch beim ein oder anderen Angriff gegen Greuther Fürth. Zudem ist er flexibel einsetzbar, im Zentrum oder auf den Außenbahnen. Mit seiner Leistungssteigerung steht er symbolisch für den Saisonverlauf der Köpenicker: Nach einem mäßigen Start haben sie sich mit dem vierten Sieg in Folge in der Spitzengruppe festgespielt.

Was will man also mehr? Eine konkrete Antwort auf Gogias Frage gab es am Sonnabend nicht. Eine könnte sein: Ein größeres Gleichgewicht zwischen Defensive und Offensive. Jens Keller war natürlich auch nicht verborgen geblieben, dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit »geschwommen und unter Druck geraten ist«. Auch im Spiel gegen Regensburg hatte er schon »Schwächephasen« erkannt.

Für dieses Ungleichgewicht steht Akaki Gogia auch. Nicht allein. Kapitän Felix Kroos vermochte es beispielsweise gegen den Tabellenvorletzten Greuther Fürth nicht, im defensiven Mittelfeldzentrum der Mannschaft Stabilität zu geben: schlechtes Zweikampfverhalten und Stellungsspiel, viele Fehlpässe, generell zu langsam. Kroos kann es besser. Gogia hoffentlich auch. Denn all dem Lob seiner Qualitäten in der Offensive steht sein erschreckend schwaches Defensivverhalten gegenüber. Nicht nur der Angriff, der zum Gegentreffer führte, lief über seine rechte Seite, sondern noch einige weitere gefährliche der Fürther. Weil Gogia seinen Gegenspielern viel zu viel Raum gab oder sorglos den Ball bei Dribblings in der eigenen Hälfte verlor.

Mit der Aufstellung Gogias geht Keller jedes Mal ein Risiko ein. Zumal dafür mit Steven Skrzybski ein Spieler auf der Bank bleibt, der ebenso offensivstark ist und defensiv mehr Verantwortung übernimmt. Zuletzt zahlte sich der Mut des Trainers aus, aber die vier Siege wurden jeweils gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte errungen.

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