Werbung

Geschäftsmodell Solidarität

Kurt Stenger über die Reformpläne bei der EU-Entsenderichtlinie

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Geschäftsmodell Ausbeutung« nennt die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung den Umgang von Unternehmen oder Subunternehmen mit der EU-Entsenderichtlinie. Diese lassen Arbeiter aus Ost- und Südeuropa in Hochlohnländern der EU für ’nen Appel und ’n Ei unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften, die keinem Einheimischen zugemutet werden könnten. Diese Auswüchse, die auf Schlupflöcher der Richtlinie von 1996, aber auch auf mangelnde Kontrollen zurückzuführen sind, sollen eingedämmt werden. Vor allem Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, der den Rechten das Wasser abgraben will, hat dies vorangetrieben.

Die Reform wird aber nicht die Ursache des Übels beheben: die extrem ungleichen Lohnverhältnisse unter den EU-Staaten. Ziel seien gleiche Wettbewerbsbedingungen für entsendende und lokale Unternehmen, wie es die EU-Kommission treffend formuliert. Das wäre gewiss ein Fortschritt, verkennt aber die Brisanz des Problems. Wenn im Niedriglohnsektor das Dumping bestehen bleibt, können die Rechten weiter mit ihren dumpfen Parolen punkten: Grenzen gegen Arbeitsmigranten dicht machen und Europa aufkündigen.

Das einzig wirksame Mittel gegen Dumpingkonkurrenz ist bessere Bezahlung in Ost- und Südeuropa sowie die Annäherung der ungleichen Lebensverhältnisse in der EU. Dazu bedarf es aber eines wirksamen Umverteilungsmechanismus’ zwischen Arm und Reich in Europa – nach dem Motto: Geschäftsmodell Solidarität!

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen