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Kiezgefühl statt Mall-Hölle

Martin Kröger geht lieber zum Späti als in einen Konsumtempel

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 1 Min.

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Sozialer Zusammenhalt ist zum Leben unerlässlich. Das haben Forscher bei der Untersuchung sogenannter »Blue Zones« herausgefunden. In diesen Gegenden - etwa auf der griechischen Insel Ikaria - werden die Menschen im Durchschnitt viel älter als andernorts. Neben guter Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress spielt auch der tägliche soziale Kontakt in Kneipen und Mini-Läden eine große Rolle fürs Altwerden.

Nun ist Berlin alles anderes als eine »Blue Zone« - die Umweltbelastungen, der Stress sind viel höher. Dennoch spielen hier wie dort kleine Läden, Spätis und Bäckereien eine wichtige Rolle für das Soziale und den Austausch in den jeweiligen Kiezen. Durch die Verdrängung sind diese Horte des Zusammenhalts aktuell immer stärker bedroht. Mehrfach gingen in den vergangenen Monaten Menschen sogar für schließungsbedrohte Gemüseläden, Bistros, Buchläden, Spätis und Kleingewerbe auf die Straße.

Doch nicht nur durch die steigenden Gewerbemieten werden die kleinen Geschäfte verdrängt. Eine Bedrohung stellen auch die ewig gleichen Shopping-Malls dar, von denen eine derzeit an der Spree entsteht. Solche Malls haben den Charme eines Parkhauses, mit ihren geschlossenen Fassaden wenden sie sich geradezu von der Stadt ab. Genau das Gegenteil der Offenheit, die die Kiezkultur eigentlich ausmacht.

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