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74 Prozent der Frauen wollen schärfere Gesetze gegen Belästigung

Auch eine Mehrheit der Männer zeigt in einer Umfrage Problembewusstsein für das Problem der sexuellen Gewalt

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Unter #metoo und anderen Hashtags debattiert Deutschland seit einigen Tagen wieder über sexuelle Belästigung und Gewalt. Im aktuellen »Politbarometer« hat die Forschungsgruppe Wahlen nun auch erfragt, was die Deutschen über das Thema denken. Ergebnis: Frauen zeigen sich deutlich kritischer, doch auch viele Männer sind offenbar problembewusst.

Die mediale Diskussion über sexuelle Belästigung und Gewalt scheint Wirkung zu zeigen: 87 Prozent der Befragten erklären in der repräsentativen Umfrage, es ist gut, das nun verstärkt über ungewollte Avancen und sexuelle Gewalt gesprochen wird. 12 Prozent halten es für nicht so wichtig. Bei den weiblichen Befragten sagen dies 91 Prozent, bei den Männern immerhin noch 84 Prozent.

Eine große Mehrheit findet die gesellschaftliche Debatte, die nach Bekanntwerden des jahrzehntelangen übergriffigen Verhaltens des Hollywoord-Produzenten Harvey Weinstein - (wieder einmal) aufkommt, richtig. Doch weniger eindeutig ist die Meinung zu der Frage, wie weit verbreitet sexuelle Belästigung in Deutschland ist.

59 Prozent sagen, sexuelle Belästigung ist weit oder sehr weit verbreitet, ein Drittel (33 Prozent) erklärt, dies ist nicht der Fall. Auch hier zeigt sich ein »Gender-Gap« von 12 Prozent. 52 Prozent der Männer, aber 64 Prozent der Frauen befinden Belästigung sei weit oder sehr weit verbreitet. Im Vergleich dazu sagen 39 Prozent der männlichen Befragten, aber nur 28 Prozent der weiblichen, dies sei nicht sehr weit verbreitet.

Doch gerade bei dieser Frage gibt es auch eine gewisse Unsicherheit bei beiden Geschlechtern. Neun bzw. acht Prozent antworten mit »Weiß nicht« und das, obwohl die Umfrageforscher der Forschungsgruppe Wahlen diese Option bei ihren Telefonumfragen nicht mit vorlesen und die entsprechende Option nur ankreuzen, wenn ein Befragter so antwortet.

Bei beiden Fragen zeigen sich die Frauen als deutlich entschiedener. Dass das Thema »sehr wichtig« und Belästigung »sehr weit« verbreitet ist, antworten deutlich mehr Frauen, etwas mehr Männer üben sich dagegen in Zurückhaltung und wählen die weniger starke mittlere Zustimmungskategorie »wichtig« und »weit«.

Bei der Umfrage wurde auch gefragt, ob es in Deutschland schärfere Gesetze gegen sexuelle Gewalt und Grenzüberschreitungen brauche. Eine Mehrheit von 67 Prozent bejaht dies, 28 Prozent sagen »nein«. Auch hier zeigen sich Frauen (74 zu 22 Prozent) als entschiedenere Befürworter eines schärferen juristischen Vorgehens, doch auch unter Männern gibt es dafür eine Mehrheit (60 Prozent).

Für das aktuelle »Politbarometer« wurden in der Zeit vom 24. bis 26. Oktober 2017 1325 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz, für die Auftrag des ZDF durchgeführte Umfrage, liegt bei 2 bis 3 Prozent.

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