Wahrheit ist: Es gibt einen Gott und ich bin es nicht

Der Heidelberger katholische Theologe Klaus Berger über die Faszination der Apokalypse, den naiven Positivismus der Exegeten und die Willkür des Zeitgeistes

  • Von Ingolf Bossenz
  • Lesedauer: ca. 14.5 Min.

Herr Professor Berger, Ihre Leidenschaft ist das Sammeln von Apokalypsen. Gemeinhin wird unter diesem Begriff die Verkündung und Beschreibung des Weltendes verstanden. Was fasziniert Sie an diesen Untergangsszenarien?
Das Faszinierende an Apokalypsen besteht für mich darin, dass sie eine neue Welt entwerfen, die dem Untergang der alten folgt. Das griechische Wort Apokalypse steht ja für Enthüllung, Entschleierung, Offenbarung dieser neuen Ordnung, die dann immer auch eine Friedensordnung sein soll.

Die berühmteste Apokalypse ist die Offenbarung des Johannes. Sie haben zu diesem prophetischen Buch aus dem Neuen Testament in diesem Jahr einen zweibändigen Kommentar veröffentlicht. Was ist der Kern, das Grundanliegen der Johannes-Apokalypse?
Sie wurde verfasst, um den Menschen Trost zu vermitteln, um den im Römischen Reich verfolgten Christen die Angst zu nehmen vor den weltlichen Mächten, vor der Staatsgewalt. Verheißen werden dar...


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