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Spott gehört zum Schaden

Verein von der traurigen Gestalt: Alexander Ludewig kommentiert den HSV

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.

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Es ist selten, dass ein Vorstandsvorsitzender zum Hoffnungsträger eines Fußballklubs wird. Beim Hamburger SV war es so, als Heribert Bruchhagen das Amt im vergangenen Dezember antrat. Seriös, solide, meinungsstark: So kannte man den 69-Jährigen als Vorstandsmitglied beim DFB und der DFL sowie als langjährigen Chef von Eintracht Frankfurt.

Nach nicht mal einem Jahr beim Verein der traurigen Gestalt ist Bruchhagen nicht mehr wiederzuerkennen. Als jüngst mit einem Minus von mehr als 13 Millionen Euro finanzielle Bilanz der Vorsaison gezogen wurde, sagte er: »Das Gesamtgebilde Hamburger SV ist äußerst stabil.« Dass der Verein abhängig vom wankelmütigen Mäzen Klaus-Michael Kühne ist, der schon 60 Millionen Euro in den Klub gepumpt hat, scheint Bruchhagen dabei nicht zu stören. Und dass der HSV mit 105,5 Millionen Euro einen neuen Schuldenhöchststand erreicht hat? Nun ja. Viel schlimmer findet Bruchhagen, dass die Hamburger in der öffentlichen Wahrnehmung so negativ gesehen werden: »Jeder nimmt sich inzwischen das Recht raus, über den HSV zu spotten.« Wer den Schaden hat ...

Beim Hamburger SV weiß man gar nicht mehr, wo man anfangen soll. Also erst mal aktuell. »Wir dürfen uns nicht ausruhen«, sagte Markus Gisdol vor dem Spiel gegen Hertha BSC. Ausruhen nach zuletzt sechs Niederlagen und einem Remis ? Eine »Schwächephase« sah der HSV-Trainer auch eher beim Gegner und wollte diese »ausnutzen«. Nun ist es wieder mal anders gekommen. Nach dem 1:2 in Berlin sind die Hamburger Drittletzter. Vielleicht ein gutes Omen, Relegation können sie ja.

Sportlich grüßt also wieder das Murmeltier. Und finanziell? Eigentlich wollte der HSV ja gar nicht so viele Schulden machen. Aber als die »deutlichen Investitionen« in den Kader zu Beginn der vergangenen Saison nicht zum gewünschten Ergebnis führten, habe man im Winter erneut in den Kader investieren müssen, erklärt Finanzvorstand Frank Wettstein. Folgt nun die achte Schuldensaison? Wahrscheinlich. »Eine deutliche Abweichung« vom Finanzplan musste Wettstein schon mit dem Erstrundenaus im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Osnabrück eingestehen. Und kostspielige Wintertransfers sind im Etat eigentlich auch nicht vorgesehen.

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