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Rettungsboxen für Zähne an 1000 Schulen

Sachsen-Anhalt: Ministerium unterstützt Ärzteaktion

  • Von Wolfgang F. Salzburg
  • Lesedauer: 3 Min.

Zahnarzt? Nein danke! So oder so ähnlich ist wohl die allgemeine Haltung gegenüber diesem Berufsstand. Und dennoch muss er sein, der alljährliche Gang zum Stomatologen - schon wegen des Bonusheftes. Naja, auch wegen der Zahnsteinentfernung, der Kontrolle natürlich und der Vorsorge im Allgemeinen. Und das weiß auch jeder. Was Zahnärzte leisten, was sie umtreibt, ist dabei nicht immer und für jedermann sichtbar.

Seit Jahren engagiert sich die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt mit eigens dafür konzipierten Aktionen für Mundhygiene und Zahngesundheit bei Jung und Alt. Da spielen Aspekte der gesunden Ernährung der Vorschulkinder, die Kariesprävention im Allgemeinen sowie die Versorgung älterer Menschen im Pflegefall eine Rolle. Das Thema ist den Mitgliedern der Kammer ein besonderes Anliegen. Und war es auch schon, bevor das Sozialgesetzbuch 5 eine Honorierung solcher Leistungen zuließ.

Dass die Mitglieder der Zahnärztekammer damit ein »großes Rad drehen« ist unbestritten. Aktionen, die erfolgreich waren, werden fortgeführt und weiterentwickelt, neue Aufgabenfelder, die es reichlich gibt, erschlossen.

So ist es auch mit der »Aktion Zahnrettungsbox«. Sie erfreut sich in diesem Jahr ihrer vierten Auflage, mit einer Neuerung. Ab diesem Jahr beteiligt sich neben den Zahnärzten und der Techniker Krankenkasse Sachsen-Anhalt auch das Bildungsministerium. Und das hat seinen Grund. Bereits 1997 formulierte die damalige Landesregierung Gesundheitsziele für Sachsen-Anhalt. Darunter zum Beispiel auch, dass die Zahngesundheit der Bevölkerung stetig verbessert werden muss.

Mit dem neuen Partner ist es nun möglich, ab diesem Jahr 1000 Grund- und Sekundarschulen mit Zahnrettungsboxen auszustatten. Vor drei Jahren waren es nur 600 Schulen. Doch wie funktioniert die Hilfe mit der Zahnrettungsbox? Man nehme ein Glas mit einer speziellen Nährlösung und warte auf den Ernst- respektive Notfall, von dem man eigentlich hofft, er möge nie eintreten. Der ist gegeben, wenn infolge eines Unfalls bei einem Schüler oder einer Schülerin ein oder mehrere Zähne zu Schaden gekommen sind. Der betreffende Zahn respektive Zahnteile werden in die Nährlösung gelegt, damit sie überlebensfähig bleiben.

Dem Stomatologen ist es dann möglich, den Zahn zu reimplantieren, zu kleben oder in einer anderen geeigneten Form wieder- herzustellen. Die Nährlösung in der Zahnrettungsbox sowie schnelles Handeln verbessern die Möglichkeit der Behandlung wie auch die Heilungschancen der betroffenen Zähne außerordentlich.

Dass dies so ist, davon wissen die zu berichten, die die Zahnrettungsboxen schon einmal in Anspruch nahmen. So kamen die Boxen im Zeitraum von März 2014 bis März 2017 56-mal zum Einsatz. Dr. Carsten Hünecke, Präsident der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt, ist froh darüber, dass diese Aktion die vierte Auflage erlebt. Damit seien »unsere Bemühungen um die Prävention in der Vorsorge in der Kinder- und Jugendzahnheilkunde, die mir auch persönlich sehr am Herzen liegt, nicht vergeblich gewesen. Dafür sei den Partnern gedankt, die uns dabei zur Seite stehen.«

Den Fallmeldungen an die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt zufolge ereigneten sich die meisten Zahnverletzungen im Schulbereich mit 54 Prozent auf dem Schulhof, gefolgt vom Schulhaus (30 Prozent) und der Turnhalle (acht Prozent). 80 Prozent der Unfälle passierten demnach in der Pause. Bei 34 Prozent der Fälle wird als Unfallursache »Kontakt mit Kindern« angegeben.

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