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Kunst und Revolution

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Erstens ist die Kunst der Revolution keine Kunst über die Revolution. Denn das Sujet der Kunst sagt noch nichts über ihre Verfassung aus, die sich aus der Aneignung der alten Kunst ergibt. Zweitens ist die Kunst der Revolution keine kommunistische Kunst. Denn der Kommunismus bildet die klassenlose Gesellschaft, und die Kunst der Revolution ist die Kunst einer Zeit des Überganges zu ihm. Da der Kommunismus zudem das Reich der Freiheit darstellt, folgt hieraus die Verbindung der revolutionären Kunst mit der Unfreiheit. Sie ist die Kunst eines Zwangs: die Kunst einer Diktatur. Auch insofern bleibt ihre schöpferische Freiheit eingeschnürt. Und drittens hat die Kunst der Revolution zu ihrem schöpferischen Eigenfaktor den sozialen Haß. Denn der soziale Haß ist der Antrieb des Klassenkampfes, den der revolutionäre Staat des Proletariats führt. Von ihm durchdrungen zu sein macht den einzigen Beitrag aus, den die revolutionäre Aneignung der alten Kunst und Kultur einbringt. Diesem ernüchternden Bild der revolutionären Kunst steht Trotzkis Vision der Kunst nach dem Übergang in die klassenlose Gesellschaft eigentümlich entgegen. Sie ergeht sich in Allmachts- und Selbstschöpfungsphantasien im Modus der Zukunft. Diese Phantasien schließen an biopolitische Vorstellungen vom neuen Menschen an, die in Rußland seit der Jahrhundertwende grassierten. Mit der Idee der Revolution haben sie nichts zu tun. Gunnar Hindrichs

»Philosophie der Revolution«: In seinem theoretisch anspruchsvollen Buch befasst sich Gunnar Hindrichs auch mit Trotzkis Aufsatz »Literatur und Revolution«. Insgesamt aber geht es ihm darum, die Ereignisse in Russland in einem Gesamthorizont europäischer Revolutionen zu betrachten. Revolution als Regelbruch - das will durchdacht sein (Suhrkamp, 396 S., geb., 29 €). I.G.

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