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Charité erhält mehr als eine Milliarde Euro

Geld fließt für Umbauten, Sanierung und Erweiterungen

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Selbst die Charité mit ihrem internationalen Ruf hat mit profanen Problemen zu kämpfen - und das nicht nur im Bereich Pflegepersonal. Das Universitätskrankenhaus mit seinen vier Standorten in Berlin muss dringend investieren: Der Gesamtentwicklungsplan mit Stand 2016 hält einen Bedarf von 1,4 Milliarden Euro fest, davon will der Senat sogar 1,1 Milliarde Euro bereitstellen. Diese Ausgaben strecken sich aber deutlich in das nächste Jahrzehnt. Die Finanzplanung des Landes Berlin sieht zunächst bis 2021 knapp 500 Millionen Euro vor, vorbehaltlich des im Dezember zu beschließenden Doppelhaushaltes. In dieser halben Milliarde Euro enthalten sind Zuschüsse aus dem Charité-Vertrag und angesparte Sondermittel. Alle Zahlen wurden am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Charité Campus Benjamin Franklin in Steglitz präsentiert, der in dieser Woche seinen 50. Jahrestag begeht.

Dem Klinikum ist anzumerken, dass es schon bewegte Zeiten hinter sich hat. Nicht immer war der Standort als Bereich der Universitätsmedizin sicher. An dem in den 1960er Jahren erbauten Hauptgebäude beispielsweise nagt der Zahn der Zeit. Die Restaurierung ist aufwendig, gleichzeitig müssen etwa neue Operationssäle eingerichtet werden. Und die jetzige Rettungsstelle ist, wie die meisten in der Stadt, ebenfalls ständig überlastet. Darüber hinaus wird nach einem neuen Standort auf dem Steglitzer Campus gesucht, während gleichzeitig die jetzige Rettungsstelle renoviert wird. Sicher finanziert sind hier unter anderem die Sanierung der Pflegestationen sowie drei weitere neue Hochschulambulanzen für Urologie, Augenheilkunde und Kardiologie.

Mit der Sanierung des Bettenhauses im Campus Mitte kann man sich auch dort keineswegs zurücklehnen. Als Nächstes, so der Charité-Vorstandsvorsitzende Karl Max Einhäupl, werde an diesem Standort die Klinik für Psychiatrie überholt, »ein Gebäude, das im 19. Jahrhundert geplant und gebaut wurde.« Und so sehe es auch aus. Mit diesem Erbe - sei es 150 oder 70 Jahre alt - muss das Universitätskrankenhaus leben. Gleichzeitig ist nicht nur Einhäupl bewusst, dass man heute nicht mehr für 100 Jahre bauen kann. Die Ansprüche an Gebäude und ihre Infrastruktur werden spätestens in 20 Jahren wieder überholt sein.

Schwierige Entscheidungen stehen noch aus. So ist nicht sicher, wie die Arbeitsteilung zwischen dem geplanten Universitären Herzzentrum und dem bereits bestehenden Deutschen Herzzentrum in Tegel aussehen wird, oder ob beide Einrichtungen nicht sogar zusammengelegt werden sollen. Einhäupl behält den Anspruch, mit der Charité internationale Spitzenmedizin zu präsentieren, immer im Blick. »Dafür bedarf es einer kritischen Masse von Wissenschaftlern, die zum Beispiel bei den Neurowissenschaften gesichert ist.« Neben dem aktuell im bundesweiten Vergleich recht hohen Anteil aus dem Landeshaushalt braucht die Wissenschaft Bundesmittel für bestimmte Forschungsschwerpunkte. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) verspricht, sich als amtierender Bundesratsvorsitzender für die Stärkung der Krankenhaus- und Forschungsfinanzierung durch den Bund zu engagieren.

Kaum tangiert sind mit den Investitionen die Personalprobleme insbesondere in der Pflege. Die im Sommer versprochenen 80 neuen Pflegestellen sind noch immer nicht besetzt: »Vor allem hoch spezialisierte Kräfte für Intensivstationen, Onkologie und Psychiatrie sind nicht zu bekommen«, bedauert Einhäupl. Gleiches träfe für Hebammen oder Röntgen-Fachkräfte zu. Abhilfe soll eine Ausbildungsinitiative schaffen, die mit Vivantes betrieben oder zumindest abgestimmt werden soll. Personalie Seite 4

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