Woidkes junger Wunschkandidat

Personalie

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.
Erik Stohn soll Generalsekretär der märkischen SPD werden.
Erik Stohn soll Generalsekretär der märkischen SPD werden.

Brandenburgs SPD war mit der geplanten Kreisreform an den Rand der Zerreißprobe geraten, denn vor allem auf kommunaler Ebene war das Vorhaben der Zentrale abgelehnt worden. Generalsekretärin Klara Geywitz war nach der Absage des von ihr vehement vorangetriebenen Projekts in der vorigen Woche zurückgetreten. Der Parteivorstand hat den Jüterboger Landtagsabgeordneten Erik Stohn als Nachfolger vorgeschlagen.

Der Mann, der nach Überzeugung von Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke die Wogen in der Partei glätten und die sozialdemokratische Basis wieder auf Kurs bringen kann, ist erst 33 Jahre alt. Geradezu ein »Jungspund«, gemessen an bisherigen Maßstäben. Er selbst sei gerade auch deshalb überrascht gewesen, als Woidke ihn angerufen und gefragt habe, ließ Stohn wissen. Er sei sich der Größe der Aufgabe, die Partei in so schwieriger Situation zu organisieren, bewusst. Doch nach kurzer Bedenkzeit habe er »aus Pflichtbewusstsein zugesagt«.

Erik Stohn ist allerdings kein unbeschriebenes Blatt in der SPD. Bei der Landtagswahl 2014 hat der junge Jurist in seinem Wahlkreis in Teltow-Fläming ein Direktmandat errungen. Vor der Bundestagswahl hatte er sich kurzeitig als Gegenkandidat zu Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg um die Nachfolge von Frank-Walter Stein᠆meier als SPD-Direktkandidat im Wahlkreises 60 beworben.

Sollte Stohn, wie geplant, auf dem Landesparteitag am 18. November zum neuen Generalsekretär gewählt werden, muss er zunächst die Scherben der gescheiterten Kreisreform zusammenkehren. Aber er muss auch die Bereitschaft dafür wecken, nun nach neuen Wegen für den notwendigen Umbau der Verwaltung zu suchen. Fachlich ist er als Sprecher der Landtagsfraktion für demografischen Wandel und Rechts᠆politik gut gewappnet. Aus Stohns Sicht ist die Kreisreform vor allem an fehlender Kommunikation mit den Bürgern und den SPD-Mitgliedern gescheitert. So sieht er seine größte Aufgabe künftig im Zuhören und Verstehen.

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