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Worauf bei der Umbereifung unbedingt zu achten ist

Rund um die Winterreifen

Die Faustregel für die Winterreifen: von »O« bis »O«. Im Klartext: Von Oktober bis Ostern Winterreifen aufziehen. Winterreifen haben bekanntlich eine viel weichere Gummimischung, die bei tieferen Temperaturen nicht so schnell aushärtet und deshalb noch für genügend Gripp sorgt, sowie ein stärker ausgeprägtes Profil mit verstärkten Kanten.

Was ist gesetzlich neu?

Die gesetzlichen Vorgaben zur Bereifung in Deutschland besagen, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte nicht mehr mit Sommerreifen gefahren werden darf. Seit 18. Mai 2017 gibt es eine gesetzliche Definition für »Winterreifen«. Mit dem »Alpine-Symbol« werden zum ersten Mal Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit der Reifen bei schneebedeckten Straßen festgelegt. Pkw müssen auf allen Achsen mit einer solchen Bereifung versehen sein.

Neu ist: Ab 1. Januar 2018 müssen alle Winterreifen das »Alpine-Symbol« tragen, um auch als solche anerkannt zu sein. Demnach gelten als Winterreifen ab Produktionsdatum 1. Januar 2018 (DOT 0118) nur noch solche Pkw-, Lkw- und Lkw-Neureifen, runderneuerte oder gebrauchte, für die eine entsprechende Typgenehmigung nach UN/ECE R-117 vorliegt. Zu erkennen sind diese Reifen an dem zusätzlichen Schneeflockensymbol auf der Reifenflanke: 3PMFS/Alpine-Symbol/Bergpiktogramm mit Schneeflocke.

In der Praxis heißt das, dass die gesetzlich geregelte »situative« Winterreifenpflicht für alle gilt, einschließlich ausländischer Fahrzeuge, die deutsche Straßen nutzen.

Ausgenommen von dieser Neuregelung bleiben unter anderen Anhänger, einspurige Kraftfahrzeuge (Motorräder und Mofas), Land- und Forstwirtschaftsfahrzeuge so- wie Einsatzfahrzeuge, wenn für diese Fahrzeuge bauartbedingt keine wintertauglichen Reifen verfügbar sind.

Für bereits vorrätige und noch bis 31. Dezember 2017 produzierte Reifen (bis DOT 5217), die ausschließlich mit dem M+S-Symbol gekennzeichnet sind, wird eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024 gewährt. Das heißt, ausschließlich mit dem M+S-Symbol gekennzeichnete Reifen dürfen nur bis Ende 2017 produziert und dann nur bis 30. September 2024 verwendet werden.

Fahrzeugführer von Motorrädern und Mofas sind zwar von der Winterreifenregelung ausgenommen, haben aber jetzt bei winterlichen Straßenverhältnissen besondere Pflichten einzuhalten. Sie müssen vor Antritt prüfen, ob sie die Fahrt überhaupt durchführen müssen, weil es keine anderen Verkehrsmittel für sie gibt. Wird trotzdem das eigene Gefährt benutzt, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Darüber hinaus ist der halbe Tachowert als Abstand in Metern einzuhalten.

Kauf und Wechsel der Reifen

Vor einer Umbereifung ist der Zustand der Reifen zu überprüfen. Halb abgefahrene Winterreifen sind im nächsten Winter nur noch bedingt glättetauglich. Von Fachleuten wird ein Profil von noch mindestens 4 mm Tiefe für erforderlich gehalten. Die gesetzliche Vorgabe von 1,6 mm Mindestprofiltiefe über die gesamte Lauffläche ist für einen sicheren Betrieb in der kalten Jahreszeit zu wenig.

Tipp zur Selbsthilfe: Solange der 3 mm breite Messingrand einer 1-Euro-Münze im Profil verschwindet, ist mindestens eine Profiltiefe von 3 mm gewährleistet.

Bei Fahrzeugen mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ist der Besuch einer Fachwerkstatt unumgänglich: Bei indirekten Systemen muss nach der Reifenmontage der Abrollumfang neu eingestellt werden. Bei direkten Systemen aber müssen die Sensoren erneuert werden, was je nach Fahrzeug zwischen 250 und 450 Euro kosten kann.

Beim Kauf neuer Reifen ist darauf zu achten, ob die neuen Reifentypen auch für das Fahrzeug zugelassen sind. Nicht immer gibt die Zulassungsbescheinigung Auskunft, weil dort nicht alle zulässigen Reifentypen aufgelistet sind.

In dem vom Hersteller ausgegebenen CoC-Papier (»Certificate of Conformity«) lassen sich die Reifen/Rad-Kombinationen nachlesen. Liegt es nicht vor, empfiehlt es sich, beim Hersteller oder einem seiner Markenbetriebe die Liste der zulässigen Reifentypen anzufordern. AvD/nd

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