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Gemäßigt in Seoul

US-Präsident für einen »Deal« mit Nordkorea

  • Von Susanne Steffen
  • Lesedauer: 2 Min.

In Südkoreas Hauptstadt Seoul gab sich US-Präsident Donald Trump gemäßigter als zu Beginn seiner Asienreise in Tokio. Er hoffe »bei Gott«, dass er das Militär nicht gegen Nordkorea einsetzen müsse, sagte Trump am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in. »Ich denke, es macht Sinn für Nordkorea, sich an den Tisch zu setzen und einen Deal zu machen, der sowohl für das nordkoreanische Volk als auch für die Welt gut ist«, so Trump wörtlich.

Das sind ungewöhnlich sanfte Töne für den sonst so martialisch drohenden US-Präsidenten, der Nordkoreas jungen Machthaber Kim Jong-un gern als kleinen »rocket man« (Raketenmann) bezeichnet. Immer wieder betont Trump auch, dass er ein militärisches Eingreifen der USA nicht ausschließt. Noch am Montag hatte der US-Präsident während seines Besuchs bei Japans ultrakonservativem Premier Shinzo Abe in Tokio gedroht, Japan könne Nordkoreas Raketen mit Hilfe von amerikanischem Equipment jederzeit »vom Himmel schießen«.

Während Abe voll hinter Trumps Nordkoreakurs steht, hat Moon die südkoreanische Präsidentenwahl mit dem Versprechen gewonnen, den Dialog mit dem Norden auszubauen. Eine militärische Lösung, die möglicherweise auch in Südkorea Opfer fordern würde, lehnt Moon strikt ab.

Offenbar wollte Trump verhindern, dass diese Differenzen das Bild der Einigkeit und Stärke gegenüber Pjöngjang trüben. Die beiden Präsidenten verständigten sich darauf, ihre militärische Allianz weiter zu stärken. Unter anderem verkündeten sie die endgültige Übereinkunft, dass es für südkoreanische Raketen künftig keine Obergrenze für die Sprengladung mehr geben wird.

Außerdem werde Südkorea »Milliarden von Dollar« für den Kauf von Militärequipment aus den USA ausgeben, so Trump. Ob Trump und Moon allerdings bereits einen konkreten Deal ausgehandelt haben, ist unklar.

»Nordkorea ist eine weltweite Bedrohung und bedarf weltweiten Handelns«, sagte Trump mit Blick auf China, Nordkoreas wichtigsten Verbündeten. Trump und Moon forderten Peking und auch Moskau auf, ihren Druck auf Pjöngjang zu erhöhen.

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