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Auch andere sind Herbizide umstritten

Neben Glyphosat stehen auch weitere Ackergifte des US-Saatgutriesen Monsanto in der Kritik

  • Von Bernd Schröder
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Zahl der Schadensmeldungen war bereits immens, als sich Mitte Oktober die US-Umweltschutzbehörde EPA mit Monsanto, BASF und DuPont auf neue Regularien einigte. Die Saatgutkonzerne sind die Hersteller von Dicamba-Formulierungen, die im Zusammenspiel mit genetisch modifiziertem Monsanto-Saatgut wirken - auch gegen Ackerpflanzen, die mittlerweile gegen Glyphosat resistent sind. Entwickelt wurden sie allein zu dem Zweck, eine schnelle Verdunstung zu verhindern. Denn die Flüchtigkeit des Herbizids wird besonders für empfindliche Kulturen in der Nachbarschaft zur Gefahr: Tomaten, Melonen, Erdnüsse, Luzernen und Pfirsiche. 12 000 Quadratkilometer Anbaufläche sind betroffen, 2242 Schadensfälle wurden gemeldet - vor allem im Mittleren Westen der USA.

Die Hersteller streiten unterdessen mit Agrarwissenschaftlern über die Ursachen. Die Wissenschaftler sind vom Ausmaß der Schäden überrascht. Ihr Befund: die neuen Formulierungen sind immer noch flüchtig genug, um zumindest einen Teil der Schäden verursacht zu haben. Die Herbizidhersteller sehen das anders: Nach ihrer Lesart haben die Landwirte die Vorschriften schlichtweg nicht eingehalten. Sie weisen die Schadensersatzforderungen, die vor Gericht als Sammelklagen verhandelt werden, zurück.

Nach Ansicht von Agrarwissenschaftlern ist das eiengliche Problem, die trotz aller Beteuerungen immer noch hohe Flüchtigkeit des Wirkstoffs, nicht gelöst. Deshalb sei auch nicht zu erwarten, dass die neuen Regeln - ein Sprühverbot durch Flugzeuge, größere Pufferzonen oder ein Verbot bei mäßigem Windaufkommen - im nächsten Jahr Ernteschäden verhindern.

Betroffene Bauern bleiben oft auf den Schäden sitzen. In Illinois hat die Versicherung sämtliche Schadensansprüche im Zusammenhang mit Dicamba abgelehnt, die nicht nachweislich auf eine unmittelbare Abdrift zurückzuführen sind. Dabei ist es schwierig, eine direkte Verbindung zwischen einer bestimmten Dicamba-Anwendung und beobachteten Schäden herzustellen - bevor sich Symptome zeigen, können 14 Tage vergehen. Schäden an empfindlichen Pflanzen können einige Kilometer vom eigentlichen Ort der Anwendung entfernt auftreten.

Dicamba und Glyphosat sind nicht die einzigen problematischen Produkte, die Monsanto mit in die Bayer-Fusion bringt. Erst Anfang November 2017 hat der Konzern die Markteinführung eines Breitband-Nematizids zur Saatgutbehandlung von Mais, Soja und Baumwolle gestoppt, nachdem Fälle von Ausschlägen vermeldet wurden. NemaStrike mit dem Wirkstoff Tioxazafen war als neuer »Blockbuster« im Pestizid-Arsenal geplant und soll im Boden Sojaschädlinge bekämpfen. Die Verbindung ist von den US-Umweltbehörden bereits zugelassen, dort war sie dem Vernehmen nach umfangreich getestet worden. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und führt die Hautirritationen auf fehlerhafte Handhabung zurück. Geplant war, dass NemaStrike 2018 auf 30 000 Quadratkilometern ausgetragen werden sollte, »zu Premiumpreisen, die seine Ertragssicherung reflektieren«, so der Anbieter.

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