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Repräsentanten ohne Rente

Im Zuge der Sportförderreform wollen die Länder eine gemeinsame Stützpunktliste vorlegen

  • Von Jörg Fischer, St. Wendel
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Wenn die Sportminister Deutschlands - nach Möglichkeit mit dem DOSB - die Dinge gegenüber dem Bund formulieren, dann haben wir Schlagkraft«. Das erklärte der Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU) zum Abschluss der Herbsttagung des Gremiums am Freitag im saarländischen St. Wendel. Die Minister vereinbarten, baldmöglichst eine Liste der möglichen Bundesstützpunkte vorzulegen, und damit auch derer, die geschlossen werden müssen.

Nach der vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vor rund einem Jahr beschlossenen Leistungssportreform sollen die derzeit rund 200 Stützpunkte der einzelnen Verbände auf etwa 167 reduziert werden, die Zahl der geförderten Athleten würde von mehr als 4400 um etwa 1000 sinken. Die Minister wollen dazu im März oder möglicherweise bereits im Februar zu einer Sonderkonferenz erneut in St. Wendel zusammenkommen. Bis dahin sollen auch die Forderungen der Länder in Arbeitsgruppen nach mehr Mitteln für den Spitzensport vom Bund konkretisiert werden.

Bouillon zeigte sich am Freitag optimistisch, dass dann Klarheit herrsche, wer künftig in einer neuen Koalition im Bund für den Sport zuständig sein werde. Der bisherige Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sei ein »Verfechter« der Reform des Spitzensportes gewesen. Ob er das Amt jedoch auch in einer Jamaika-Koalition wieder ausüben wird, ist noch völlig ungewiss.

Im vergangenen Jahr förderte der Bund die Bundesstützpunkte der Sportverbände mit insgesamt 167 Millionen Euro. Laut Bouillon bedarf es aber einer »signifikanten« Steigerung. Und an der Verteilung der Stützpunkte hängt auch die Verteilung der Fördermittel. Ein Hauen und Stechen untereinander soll aber offensichtlich vermieden werden.

Als de Maizières Vertreter betonte Staatssekretär Hans-George Engelke, auch dem Bundesinnenministerium sei es wichtig, die Reform gemeinsam mit den Ländern und dem DOSB zu gestalten. Um weitere Mittel zur Förderung des Spitzensports locker zu machen, müsse allerdings den zuständigen Gremien, allen voran dem Haushaltsausschuss des Bundestages, bewiesen werden, dass »wir unsere Hausaufgaben gemacht haben«. Auch

DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist guten Mutes, dass dies funktionieren werde: »Aus Sicht des Sportes sind wir auf gutem Weg.« Bis zur Frühjahrestagung der Sportminister würden zudem die Verhältnisse in Berlin klar sein, und die Umsetzung der dringend notwendigen Reform könne endlich angegangen werden.

Einer der Hauptgründe für die Reform ist das im Vergleich zu früheren Jahren schlechtere Abschneiden deutscher Spitzensportler bei internationalen Wettbewerben. Bouillon betonte, die Athletinnen und Athleten müssten im Mittelpunkt der Reform stehen. Junge Sportler würden viele Jahre trotz eines geringen Gehalts für den Sport opfern und müssten am Ende ihrer Karriere auch beruflich neu anfangen. Dabei seien diese Menschen »Repräsentanten unseres Staates«, so der Minister. Es müssten Regelungen etwa über Ausfallzeiten bei der Rente geschaffen werden. Benachteiligt sind in dieser Hinsicht Athleten, die nicht bei der Polizei, dem Zoll oder der Bundeswehr angestellt sind.

Auch die im internationalen Vergleich oft geringeren Gehälter für Trainer an den deutschen Stützpunkten müssten denen in anderen Ländern angepasst werden, forderte Bouillon. Nur so könnten Abwerbungen guter Leute verhindert werden. In Deutschland gingen solche Trainer mit wenigen Tausend Euro im Monat nach Hause, während in osteuropäischen Ländern »staatliche Trainer mit Porsches und Ferraris herumfahren«.

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