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Zur »Ermordung anderer Menschen« bilde der Wehrdienst aus. Mit dieser Formulierung mischte Monty Schädel 2008 eine Sitzung des Familienausschusses im Bundestag auf, zu der ihn die Linksfraktion als Experten zum Zivildienstgesetz eingeladen hatte. Da war er gerade frisch gebackener Politischer Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK). Gerade haben die Delegierten des Verbandes Schädel auf ihrem Bundeskongress letztes Wochenende abgewählt.

Methodisch auf den Spuren Kurt Tucholskys (»Soldaten sind Mörder«), frech, geübt, rhetorische Nadelspitzen zu setzen, und - trotz seiner eher kleinen Statur - eine auffällige Persönlichkeit der Friedensbewegung: In Rostock aufgewachsen, hatte sich Schädel als Jugendlicher noch bei der Nationalen Volksarmee verpflichtet, seine sozialistische Heimat mit der Waffe zu verteidigen. Nach der Wende wurde er Totalverweigerer und trat der DFG-VK bei. In den 90er Jahren leitete er ehrenamtlich den neuen Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, wurde dann Sprecher und 2007 zum Politischen Geschäftsführer des Verbandes gewählt.

Als solcher war er die Stimme vieler friedenspolitischer Kampagnen, eines seiner wichtigsten persönlichen Anliegen war es dabei, der Militarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Als sich pazifistische Gruppen im »Friedenswinter« 2014/2015 mit Nationalisten, unter anderem von Pegida, zusammentaten, protestierte Schädel aufs Schärfste und geriet in die Schusslinie. Er sei »gekauft von der NATO« warf man ihm vor. Damals standen Schädel und die DFG-VK noch Seite an Seite, gemeinsam verließ man das »Friedenswinter«-Bündnis.

Kurz darauf wurde Schädel krank, fiel Jahre aus für die politische Arbeit. Im Februar 2017 erlitt er einen schweren Herzinfarkt, im Juni kündigte ihm die DFG-VK. Dass ihn sein Arbeitgeber in, wie er sagt, »einer der schwersten Zeiten seines Lebens« im Stich ließ, erbost ihn. Trotz Schädels Abwahl am Wochenende steht ein arbeitsrechtlicher Streit voraussichtlich noch bevor.

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