Werbung

Straffreiheit für die Hintermänner

Bericht beschreibt Beteiligung der Wasserkraftunternehmen und Staatsfunktionäre am Mord an Berta Cáceres / Honduranische Justiz ungerührt

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

20 Monate nach dem Mord an der bekannten Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres in ihrem Haus in Honduras sowie dem versuchten Mord an dem mexikanischen Aktivisten Gustavo Castro erhebt eine internationale Expertengruppe schwere Vorwürfe gegen die honduranischen Ermittlungsbehörden. »Die Staatsanwaltschaft verfügt über beweiskräftige Informationen, um die intellektuellen Täter zu überführen«, erklärt die unabhängige Gruppe von Juristen GAIPE (Grupo Asesor Internacional de Personas Expertas) bei der Veröffentlichung ihres Abschlussberichts am 31. Oktober in Tegucigalpa. Die Gruppe von fünf Rechtsexperten aus den USA, Kolumbien und Guatemala hatte sich im November 2016 auf Initiative von Cáceres’ Familie zusammengefunden. Der honduranische Staat hat die Arbeit von GAIPE nicht anerkannt.

Seit der Ermordung von Cáceres am 2. März 2016 sind Verfahren gegen acht Männer eröffnet worden, darunter Mitarbeiter des Wasserkraftunternehmens DESA und Militärangehörige. GAIPE kommt jedoch zu dem Schluss, dass die wahren Hintermänner weiterhin auf freiem Fuß sind. Das ausgewertete Material - zum großen Teil Kommunikationsdaten von den Mobiltelefonen - bringt sie zu dem Ergebnis, dass der Plan, die Koordinatorin der Indigenenorganisation COPINH zu ermorden, von einer höheren Führungsebene des Wasserkraftunternehmens DESA in Kollaboration mit staatlichen Funktionären ausgegangen sein muss. Konkrete Mordabsichten bestanden demnach spätestens seit November 2015.

GAIPE zeigt eine Vielzahl von Unregelmäßigkeiten in den offiziellen Ermittlungen auf. Die Spurensicherung erfolgte unprofessionell, Ermittlungsprotokolle wurden direkt an DESA übermittelt. Die existierenden Beweise würden sowohl ausreichen, um weitere Personen anzuklagen, als auch, um sie für weitere Verbrechen verantwortlich zu machen, etwa die Bildung einer kriminellen Vereinigung oder Amtsmissbrauch. GAIPE hat in ihrem Report auch das politische Klima untersucht, in dem es zu dem Verbrechen gekommen ist: Von der widerrechtlichen Konzessionsvergabe an das Staudammunternehmen DESA, gegen die sich Berta Cáceres mit ihrer Organisation COPINH richtete, bis hin zum Nichtverfolgen der vorausgegangenen Bedrohung, Verfolgung und Bespitzelung von Cáceres. Eine Mitschuld gibt GAIPE auch den internationalen Geldgebern, die lange vor Cáceres’ Ermordung von dem hohen Gewaltniveau in dem Konflikt um das Wasserkraftprojekt Agua Zarca gewusst hätten.

Das Hochkommissariat für Menschenrechte der UN sowie die Interamerikanische Menschenrechtskommission fordern den honduranischen Staat nun auf, schnell, umfassend und unparteiisch zu ermitteln und sowohl die materiellen Täter als auch die Auftraggeber zur Verantwortung zu ziehen. Den Angehörigen müsse ihr Recht auf Zugang zu allen Ermittlungsakten gewährt werden, von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission angeordnete Schutzmaßnahmen für die Angehörigen von Cáceres, ihre Anwälte sowie Mitglieder des COPINH müssten endlich umgesetzt werden.

Der Zeuge und Überlebende der Mordnacht, Gustavo Castro, plädiert dafür, den nationalen und internationalen Druck aufrechtzuerhalten. Nur so sei es gelungen, acht der mutmaßlichen Täter vor Gericht zu bringen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!