Werbung

»Glyphosat hat an Wichtigkeit eingebüßt«

Agraringenieur Joaquín Lopetegui über die Bedeutung der Gentechnik beim Sojaanbau in Argentinien

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

1996 schloss Ihr Unternehmen Don Mario einen Lizenzvertrag mit Monsanto zur Produktion und Vermarktung von Transgen-Soja. Damit begann auch der Siegeszug von Glyphosat in Argentinien; Don Mario avancierte zum Marktführer für Gensoja-Saatgut. Welche Auswirkungen hat die Übernahme Monsantos durch den deutschen Bayer-Konzern für Don Mario?

Monsanto und Bayer vertreiben in Argentinien ihre eigenen Sojasaatgut-Marken. Aber wer in Argentinien wirklich Fuß fassen will, kommt an Don Mario nicht vorbei, denn wir sind die direkte Verbindung zu den Produzenten. Don Mario ist kein Chemieunternehmen, sondern zu 100 Prozent ein Hersteller von Saatgut. Wir lassen das Saatgut von Vertragsproduzenten anbauen, ernten und anliefern. Wir reinigen es, sortieren die Unkrautsamen aus, klassifizieren es und füllen es in Säcke. Wir sind nicht Eigentümer dieser gentechnisch veränderten Pflanzen. Wir schließen Allianzen mit Firmen, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbieten, um sie in unsere Genetik des Saatguts einzuarbeiten. Alle unsere kommerziellen Sorten sind transgen und resistent gegen Glyphosat.

Fast die gesamte in Argentinien angebaute Menge an Soja ist gentechnisch verändert und gegen Glyphosat resistent. Welche Auswirkungen hätte ein Verbot von Glyphosat in der EU für Don Mario?

90 Prozent der argentinischen Sojabohnenernte gehen in die Industrie und werden dort zu Pellets oder Öl weiterverarbeitet. Die wichtigsten Exportländer für diese Produkte sind China und Indien, das Wenigste wird in die EU exportiert. Was Europa betrifft, so haben wir die Zulassungen der neuen gentechnisch veränderten Sojapflanzen im Blick. Also nicht nur die Resistenz gegen Glyphosat, sondern auch die Resistenz gegen das Herbizid Dicamba, das Monsanto entwickelt. Und die Resistenz gegen das Herbizid 2,4,D, das von dem Unternehmen Dow AgroSciences entwickelt wird. Der Einsatz von Dicamba in der EU und China ist bereits genehmigt, dagegen ist der Einsatz von 2,4,D dort noch nicht erlaubt, übrigens auch noch nicht in Argentinien.

Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Namen Roundup Ready. Dieses Herbizid hat aber an Effektivität verloren, da in den vergangenen Jahren auch eine Reihe von Unkräutern resistent geworden sind. Wie wichtig ist heute noch der Einsatz von Glyphosat?

Glyphosat ist noch immer die Grundlage aller Anwendungen, auch wenn die Produzenten wieder auf Herbizide zurückgreifen müssen, die sie zuvor schon angewandt hatten. Früher reichte es, dreimal Glyphosat auszubringen und das Problem war gelöst. Dennoch: Glyphosat hat an Wichtigkeit eingebüßt. Auch was die Rendite anbelangt. Vor zehn Jahren reichte Glyphosat für 20 Dollar aus, um das Unkraut auf einem Hektar unter Kontrolle zu halten. Heute liegen die Kosten zwischen 90 und 100 Dollar. Generell ist der Markt schwieriger geworden. Das ist eine Industrie unter freiem Himmel und das Risiko ist groß, im Vergleich zur Rendite. Der Schlüssel des Erfolgs ist heute die Höhe der Pacht für Anbauflächen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen