• Politik
  • Militäreinsatz in Simbabwe

Armee weist Spekulationen über Putsch zurück

Simbabwischer Präsident Mugabe nach nächtlichen Schüssen laut Armee in Sicherheit

  • Lesedauer: 2 Min.

Harare. Panzer haben am Mittwochmorgen den Zugang zum Parlament von Simbabwe blockiert. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, forderten Soldaten in der Nähe des Parlaments Autos zur Umkehr auf. Weitere Militärfahrzeuge waren vor den Büros der Regierungspartei Zanu-PF sowie vor den Büros zu sehen, in denen der seit 1980 amtierende Präsident Robert Mugabe sein Kabinett versammelt.

In der Nacht waren Schüsse in der Nähe von Mugabes Wohnsitz gefallen. In einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung teilte ein General jedoch mit, es handele sich nicht um einen Militärputsch gegen die Regierung. Vielmehr sei die Armee gegen »Kriminelle« im Umfeld des Präsidenten vorgegangen. Mugabe und seine Familie seien gesund und in Sicherheit.

Die Zuspitzung der politischen Lage ergab sich, nachdem Militärchef General Constantino Chiwenga der Regierung am Montag öffentlich gedroht hatte, die Armee sei angesichts der Krise im Land bereit »einzuschreiten«. Die Zanu-PF erklärte am Dienstagabend, die Äußerungen Chiwengas kämen einem Verrat und der Anstachelung zur gewaltsamen Auflehnung gegen die verfassungsrechtliche Ordnung gleich.

Simbabwe mit seinen etwa 15 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Staaten der Welt. Das Land hat sich bislang noch nicht von einer schweren Wirtschaftskrise erholt, in Folge derer es 2008 zu einer galoppierenden Hyperinflation und dem Zerfall der Landeswährung kam. Agenturen/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung