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Jetzt passt alles

Skispringer Andreas Wellinger geht in Wisla als Mitfavorit in den Olympiawinter

  • Von Lars Becker
  • Lesedauer: 3 Min.

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In den vergangenen Wochen gab es gleich mehrere gute Neuigkeiten für Andreas Wellinger. In Oberwiesenthal wurde der Teamolympiasieger und Mixed-Weltmeister endlich erstmals deutscher Einzelmeister. Und einen »Goldenen Ski«, die höchste Auszeichnung des nationalen Verbandes, bekam der 22-Jährige gleich noch mit dazu. Die beste Neuigkeit folgt jedoch erst an diesem Sonnabend: »Es geht endlich wieder los!« Eine Woche früher als sonst beginnt in Wisla die Weltcupsaison und damit ein Winter voller Höhepunkte für die Skispringer. Schlag auf Schlag stehen zwischen Ende Dezember und Ende Februar die Vierschanzentournee, die Skiflug-Heim-WM in Oberstdorf und die Olympischen Spiele in Pyeongchang auf dem Plan von Wellinger und Co.

»In diesem Winter kann man sich als Skispringer unsterblich machen«, sagt Werner Schuster. Und nicht nur der Bundestrainer glaubt, dass Wellinger ein Anwärter auf das oberste Siegerpodest bei den Höhepunkten ist. »Andi ist wirklich sehr gut in Form«, sagte Doppelweltmeister Stefan Kraft nach einem Trainingsvergleich. Der Österreicher hatte Wellinger bei der WM im vergangenen Winter noch hauchdünn die beiden Einzelgoldmedaillen weggeschnappt. »Die Silbermedaillen haben Andreas noch mehr angestachelt. Natürlich will er jetzt aufs oberste Podest«, verrät Bundestrainer Schuster. Athletisch habe sich sein schlaksiger Vorflieger noch einmal »deutlich verbessert«. Im Sommer musste Wellinger deshalb aber auch lange kämpfen, um die besseren körperlichen Voraussetzungen in seinen Sprungstil einzubauen.

Inzwischen passt jedoch alles, und Wellinger ist neben Kraft, den starken Polen um Doppelolympiasieger Kamil Stoch und dem Slowenen Peter Prevc Favorit beim Saisonauftakt. Nicht in dieser Liste taucht der einstige deutsche Vorflieger Severin Freund auf, der nach seinem zweiten Kreuzbandriss den kompletten Olympiawinter verpassen wird. Der 29-Jährige Olympiasieger und Ex-Weltmeister hat sich trotz der Pechserie schnell entschlossen, seine Karriere fortzusetzen, weil er »eine irrsinnige Motivation verspürt«. Zudem integriert Werner Schuster Freund in die aktuelle Saisonplanung: »Severin wird punktuell bei einigen Events bei der Mannschaft sein. Er ist als Führungsfigur im Team hoch angesehen.«

Freunds Führungsrolle hatte Andreas Wellinger schon im vergangenen Winter nahtlos übernommen - zumindest in sportlicher Hinsicht. Ansonsten verlangt niemand vom immer noch recht jungen Springer, dass er auch neben der Schanze allein den Ton in der Mannschaft angibt. »Auch Severin Freund hat Jahre gebraucht, um in diese Rolle reinzuwachsen. Wir haben Markus Eisenbichler, der seine WM-Medaillen in diesem Winter bestätigen will. Und Richard Freitag will sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Er ist 26 und kommt jetzt in die Blütephase für Skispringer«, so Schuster. Freitag hat sogar seinen Lebensmittelpunkt aus dem geliebten Erzgebirge nach Oberstdorf verlegt, um endlich den großen Durchbruch zu schaffen.

Der Hoffnungsträger bleibt jedoch Wellinger - auch auf den ersten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee (29. Dezember bis 6. Januar) seit 16 Jahren. »Es würde mir sehr viel bedeuten, wenn wir die mal gewinnen könnten. Ein starker Auftritt bei der Tournee wäre die perfekte Einstimmung für die danach folgenden Höhepunkte«, sagt Schuster. Die Skiflug-WM in Oberstdorf könnte dann eine weitere perfekte Bühne für Wellinger sein: »Dort hat er im vergangenen Jahr das Skifliegen gelernt und hält den Schanzenrekord.« Schließlich folgt mit den Olympischen Spielen in Südkorea (9. bis 25. Februar) das größte Highlight der Saison.

Wellinger stand bereits vor vier Jahren im deutschen Siegerteam und ist wie sein Trainer heiß auf eine Wiederholung. »Mit dieser Goldmedaille haben wir damals den Durchbruch geschafft«, so Schuster. »Natürlich wäre es schön, wieder zu gewinnen, obwohl wir momentan dafür nicht in der Pole-Position stehen. Mein größter Wunsch ist aber eine Olympiaeinzelmedaille.« Schließlich kann es nicht genug gute Neuigkeiten für die deutschen Skispringer geben.

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