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Grüne Freiräume gefährdet

Berlin und Brandenburg wollen beim Schutz von Frei- und Grünflächen zusammenarbeiten

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In den Prinzessinnengärten in Berlin am Moritzplatz werden Pflanzen im Rahmen des «Urban Gardening» in alten Reissäcken angepflanzt.
In den Prinzessinnengärten in Berlin am Moritzplatz werden Pflanzen im Rahmen des «Urban Gardening» in alten Reissäcken angepflanzt.

Berlin wächst, und freie Flächen sind Mangelware. Dementsprechend viele Interessen konkurrieren um die wenigen verbliebenen Freiräume. Auch die Außenbezirke und das Brandenburger Umland sind von den Verdichtungsprozessen zunehmend betroffen. Wie dennoch Frei- und Grünflächen als Erholungs- und Naturraum erhalten werden können, darüber hat das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg auf seiner Jahreskonferenz beraten. Unter dem Motto »Frei- und Grünräume in unserer wachsenden Region« berieten Berlins Außenbezirke und daran angrenzende Brandenburger Städte, Gemeinden und Landkreise über konkrete Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene.

Eine dieser Möglichkeiten stellte Rainer Hölmer (SPD), Sprecher des Kommunalen Nachbarschaftsforums und Bezirksstadtrat von Treptow-Köpenick vor: Da mittlerweile in Berlin kaum noch Flächen für den Ausgleich und Ersatz von Baumaßnahmen zur Verfügung stehen, könnte man diese gezielt in Brandenburger Regionalparks umlenken. Allerdings ist ein solcher Ausgleich oder Ersatz eigentlich im direkten Umfeld eines Bauprojekts zu leisten. Und die Berliner Innenstadtbezirke, um deren Bebauung es vornehmlich geht, sind gar nicht Teil des Forums - beraten den Vorschlag also gar nicht mit.

Kritik am Vorschlag kam vom Naturschutzbund Berlin (NABU). Zwar begrüße man grundsätzlich, dass Berlin und Brandenburg künftig besser zusammenarbeiten wollen, um Frei- und Grünräume zu schützen. »Es kann aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein, diese Belange in das Umland oder bestenfalls an den Stadtrand von Berlin zu verlegen«, sagt der Vorsitzende Rainer Altenkamp. Auch in der Innenstadt müssten »klimawirksame Räume und naturnahe Flächen erhalten werden«. Insgesamt sei mittlerweile mehr als ein Drittel der Fläche Berlins versiegelt, und pro Tag kämen im Schnitt fast vier Quadratmeter hinzu. Umso wichtiger sei es, ausgewählte Frei- und Grünflächen dauerhaft zu schützen und zu erhalten.

Eine dieser Flächen ist der Gemeinschaftsgarten Prachttomate in Neukölln. Bis vergangenen Mittwoch musste er nach einer Teilkündigung ein Drittel seiner Nutzfläche räumen. Ein Teil des Programms müsse nun wegfallen, erzählt Thomas Herr, Mitgründer des Gartens, dem »nd«. Betroffen sei beispielsweise die abendliche Kinoreihe sowie die Workshops mit den Kindern vom Hort nebenan und aus der benachbarten Flüchtlingsunterkunft. Die GärtnerInnen fürchten darüber hinaus auch um die verbliebene Fläche. »Es ist jetzt nur noch sehr wenig Platz und es stellt sich generell die Frage, ob wir da bleiben können«, so Herr. »Wir befürchten schon, dass das Ende kommt, das ist nur eine Frage der Zeit«.

Auch andere Gärten sind betroffen. So läuft der Mietvertrag der Kreuzberger Prinzessinnengärten Ende 2019 aus, und auch der interkulturelle Gemeinschaftsgarten Himmelbeet im Wedding muss sich verkleinern. Das Netzwerk Urbane Gärten Berlin fordert Politik und Stadtplanung daher auf, die Bedeutung von Gemeinschaftsgärten als Freiräume anzuerkennen und sie ins Bau- und Planungsrecht zu integrieren. Zusammen mit dem Gemeinschaftsgarten Prachttomate rufen sie für Samstag um 14 Uhr unter dem Motto »Berliner*innen Pflanzen! Grüne Freiräume erhalten« zu einer Kundgebung vor dem Rathaus Neukölln auf. Um 18 Uhr startet am U-Bahnhof Möckernbrücke in Kreuzberg die Demonstration »Frei(T)räume« für den Erhalt selbstverwalteter Projekte.

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