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Rechter Professor soll davonrauschen

1000 Studenten demonstrierten in Leipzig gegen Professor Thomas Rauscher – Lehrkraft hatte sich für »weißes Europa« ausgesprochen

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 3 Min.

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Leipzig. Hunderte Leipziger Studenten haben am Dienstag gegen den Jura-Professor Thomas Rauscher protestiert. Die Kundgebung fand am Mittag unter dem Motto »Rauscher rausch ab« auf dem Universitätsgelände am Augustusplatz statt. »Kein Platz für Rassismus auf unserem Campus«, stand auf einem Transparent. Redebeiträge gab es vom Studierendenverband SDS, der linksradikalen Gruppe Prisma Leipzig (Interventionistische Linke) , den kritischen Juristen sowie Vertretern des akademischen Mittelbaus. Einzelne Besucher versuchten die Veranstaltung zu stören, wurden jedoch niedergerufen. »Die Stimmung an der Universität ist sehr polarisiert«, bestätigte NamDuy Nguyen, der Sprecher der Initiative, gegenüber »nd«. »Die Beteiligung an der Protestaktion hat dennoch all unsere Erwartungen übertroffen.« Nach Angaben der Initiative kamen rund 1000 Teilnehmer zu der Kundgebung.

Rund 80 Studenten forderten bereits am Samstag die Universitätsleitung in einer öffentlichen Erklärung auf, Rauschers Lehrtätigkeit zu beenden. Auch eine Petition wurde zu diesem Ziel ins Leben gerufen. Unter change.org/rauschab heißt es: »Es gibt keine Meinungsfreiheit für Rassismus!« Die juristische Fakultät wird von den Erstellern weiter aufgefordert, Rauscher aus seinem Amt als Erasmus-Beauftragter zu entheben und ihn von seinen universitären Pflichtveranstaltungen zu entbinden. »Wir wollen den Druck aufrechterhalten«, sagte Initiativensprecher Nguyen. »Dem Rektorat machen wir weiter Feuer unterm Hintern.« Für Freitag sei ein nächstes Vernetzungstreffen der Studenten geplant.

Der 62-jährige Rauscher hatte sich in mittlerweile gelöschten Tweets für ein »weißes Europa« ausgesprochen und sich mit der rechtsradikalen »Pegida«-Bewegung solidarisch erklärt. Den Vorwurf, sich rassistisch geäußert zu haben, wies er jedoch zurück. Im MDR sprach er von einer Kampagne und einer »gezielten Verdrehung« seiner Äußerungen. Es gelte die »Meinungsfreiheit«, sein Twitterkonto sei privat gewesen. Bereits 2016 stand Rauscher wegen umstrittenen Äußerungen in der Kritik. Der Wissenschaftler ist Lehrstuhlinhaber des Instituts für ausländisches und europäisches Privatrecht.

Die Linksfraktion im sächsischen Landtag unterstützte derweil die Forderung der Initiative nach einer toleranten, solidarischen und weltoffenen Hochschullandschaft. Dort habe Rassismus keinen Platz, hieß es. Auch die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva-Maria Stange (SPD), äußerte sich auf Twitter: »Sachsens Hochschulen sind weltoffen und international. Die ausländerfeindliche Meinung von Rauscher kritisiere ich scharf.«

Die Universität hatte die Äußerungen Rauschers ebenfalls verurteilt und von »intolerantem und fremdenfeindlichem Gedankengut« gesprochen. Sie kündigte »dienstliche Schritte« und eine externe Prüfung des Falls an. Die Untersuchung könne »mehrere Wochen« dauern, erklärte die Pressesprecherin Katarina Werneburg auf Nachfrage gegenüber »nd«. »Wir können nicht einfach auf die Forderung von einzelnen Studenten eingehen«, sagte sie weiter. »Für so eine Situation gibt es keine Blaupause.« mit Agenturen

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