Werbung

Berliner LINKE knackt 8000er-Marke

400 Neumitglieder seit Ende September / Parteitag will Mitmachmöglichkeiten verbessern

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der Mitgliederboom in der Berliner LINKEN hält an. Allein seit Ende September dieses Jahres – also nach der Bundestagwahl – gab es 403 Neueintritte in die Partei. Mit zurzeit 8097 Mitgliedern liegen die Sozialisten damit seit Längerem wieder über der 8000er Marke. »Das bringt einen ganz neuen Spirit und Schwung in die Partei«, sagt die Landesvorsitzende Katina Schubert. Die Partei werde deutlich jünger. Aber auch die älteren Genossen seien stolz darauf, weil sie sehen, da werde etwas vererbt, so die Landesvorsitzende. Einziger Wermutstropfen in der eigentlich positiven Entwicklung: Zwei Drittel der Neuen sind Männer. Die Herausforderung für die Partei besteht deshalb darin, auch für Frauen attraktiver zu werden.

Um die Mitgliederarbeit in Partei weiter zu verbessern, soll auf dem kommenden Landesparteitag am Samstag in Adlershof ein Antrag mit dem Titel »DIE LINKE in Berlin zur Mitmach-Partei entwickeln« verabschiedet werden. Zu den in diesem Antrag aufgeführten Punkten zählen unter anderem monatliche Neumitgliedertreffen sowie die Schaffung von Strukturen, die es den jungen Mitgliedern bis 35 Jahren erleichtern, sich in der Partei zu engagieren. Entsprechende Formate sollen mit dem Studierendenverband, den Jugend-Basisorganisationen sowie den Bezirksverbänden ausgearbeitet werden. Über eine telefonische Befragung der Mitglieder soll zudem herausgefunden werden, wo die Parteiarbeit besser gestaltet werden kann.

Zwar ist die LINKE im Osten der Stadt weiter »Volkspartei« und am stärksten aufgestellt, viele der neuen Mitglieder wohnen allerdings innerhalb des S-Bahn-Rings und kommen aus dem Westteil Berlins. Das wiederum birgt die Herausforderung, sowohl in den urbanen Milieus attraktiv sein zu müssen als auch an den Stadträndern als »Kümmererpartei«, wie es die PDS einmal war, Präsenz zeigen zu müssen.

»Natürlich beschäftigt uns auch das Ergebnis der AfD in Berlin«, räumt Schubert ein. Ein »Nachgeben in der Flüchtlingsfrage« sieht die Berliner LINKE indes nicht als Ausweg. Auf diejenigen, die ein geschlossenes rechtspopulistisches Weltbild haben, will die Partei nicht zugehen. Mit den anderen, die sich als Modernisierungsverlierer sehen, will man allerdings ins Gespräch kommen. Dass die LINKE wie andere Parteien wie die SPD auch so viele neue Mitglieder zu verzeichnen hat, dürfte zuallererst mit dem grassierenden Rechtsruck in Deutschland zu tun haben. Als Grund für ihren Parteieintritt geben viele der Neuen an: »Wegen der AfD«. Das würde auch erklären, warum besonders viele neue Mitglieder nach der Abgeordnetenhauswahl 2016 und der vergangenen Bundestagswahl eintraten, wo die Rechtspopulisten deutliche Wahlerfolge zu verzeichnen hatten. Gegen die rechten Erfolge etwas zu tun, ist eines der Kernanliegen der LINKEN-Neumitglieder. Ähnliches hört man auch aus der Sozialdemokratie.

Von der in der SPD derzeit kontrovers diskutierten Idee, in bestimmten Ostwahlbezirken innerhalb des linken Lagers Wahlabsprachen zu treffen, hält die Landesvorsitzende der LINKEN indes gar nichts. »Das macht im Osten keinen Sinn«, sagt Schubert kurz und knapp. Dass die AfD in einzelnen Gebieten in Blankenburg und Marzahn-Ost zuletzt stärkste Partei wurde, ändere daran nichts. »Der Aufstieg der AfD ist in Berlin bei der letzten Bundestagswahl gestoppt worden«, sagt Schubert. Schließlich habe die Partei weniger Stimmen erzielt als bei der Abgeordnetenhauswahl.

Generell sieht sich die LINKE in Berlin für mögliche Neuwahlen im Bund gewappnet. Zwar wäre die Partei froh, wenn ihr und den Mitgliedern ein »Winter-Wahlkampf« erspart bliebe. »Aber wir sind bereit und schnell in der Lage, uns umzustellen«, sagt Schubert.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!