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Geschlechterkampf auf dem Tennisplatz

Im Kino: »Battle Of The Sexes« von Jonathan Dayton, Valerie Faris

  • Von Anke Sterneborg
  • Lesedauer: 3 Min.

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Gleiche Arbeit, aber unterschiedlicher Lohn für Männer und Frauen - das ist bis heute gängige Praxis in vielen Bereichen. Dass allerdings das von der Tennisvereinigung ausgeschriebene Preisgeld für Männer bei 12 000 Dollar liegt, während die Frauen mit 1500 Dollar abgespeist werden sollen, empörte 1973 die amerikanische Profitennisspielerin Billie Jean King dann doch ganz besonders. Sie trat kurzerhand aus der männlich dominierten Association of Tennis Professionals (ATP) aus und gründete die World Tennis Association der Frauen (WTA).

Auf den ersten Blick mag es überraschen, dass sich Jonathan Dayton und Valerie Faris in ihrem dritten Spielfilm nach »Little Miss Sunshine« und »Ruby Sparks« einem Sportereignis widmen. Doch bei näherer Betrachtung wohnt dieser Geschichte genau die Mischung aus subversiv schrägem Humor, liebevoller Milieuzeichnung, musikalischem Drive und feinem Gespür für die Absurdität zwischenmenschlicher Beziehungen inne, die auch »Little Miss Sunshine« und »Ruby Sparks« kennzeichnete.

Denn in den notorisch chauvinistischen 1970er Jahren ist die »göttliche Ordnung« noch derart zementiert, dass sich die Männer mit ihrer Argumentation nicht einmal Mühe geben müssen. Unfassbar, was sie da zur Verteidigung der Hierarchie so raushauen: Männern beim Spielen zuzuschauen, sei einfach aufregender. Überhaupt seien Männer eben schneller, stärker, ehrgeiziger, meint der Chef der Tennisvereinigung (Bill Pullman), und legt nach: Das sei ja nicht ihr Fehler, sondern einfach eine Frage der Biologie.

Noch dreister sind die Parolen, die der Profitennisspieler Bobby Riggs im Laufe einer marktschreierischen Medienkampagne zum Besten gibt: »Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe Frauen - im Schlafzimmer und in der Küche.« Oder: »Ich sage nicht, dass Frauen auf dem Tennisplatz nichts zu suchen haben, wer würde denn sonst die Bälle aufsammeln?« Genauso wie er beim Treffen der anonymen Spielsüchtigen den Betroffenen vorhält: »Ihr seid nicht hier, weil ihr Spieler seid! Ihr seid hier, weil ihr furchtbar schlechte Spieler seid. Ihr müsst nicht aufhören damit, sondern besser werden!«. Gegen Riggs tritt Billie Jean King im »Battle of the Sexes« an.

Steve Carell, der als suizidgefährdeter Bruder schon in »Little Miss Sunshine« dabei war, spielt diesen Bobby Riggs auf einer ähnlichen Wellenlänge wie den Ringermäzen John du Pont in »Foxcatcher«, mit bemerkenswertem Mut zur Überschreitung der Geschmacksgrenzen und einem aggressiv polternden Selbstbewusstsein, unter dem Spuren von Einsamkeit aufschimmern.

Mit glatten schwarzen Haaren und feinrandig silberner Brille streift sich Emma Stone die Biografie der berühmten Tennisspielerin Billie Jean King über. Sie lässt die Figur zwischen eiserner Entschlossenheit auf dem Tennisplatz und einer zarten Verwunderung in privaten Dingen oszillieren. Denn parallel zu den öffentlichen Kämpfen erliegt sie dem Charme der jungen Friseurin Marilyn (Andrea Riseborough). Eine Liaison, die sie aus sportstrategischen Gründen geheim halten muss. epd/nd

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