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»Bedeutender Sieg für die Gesundheit«

US-Tabakkonzerne starten gerichtlich angeordnete Kampagne gegen Rauchen

Washington. In den USA haben die Tabakkonzerne ihre bereits vor Jahren von der Justiz angeordnete Werbekampagne gegen das Rauchen gestartet. »Rauchen tötet im Schnitt 1200 Amerikaner - täglich«, heißt es in den sehr schlichten Anzeigen mit schwarzer Schrift auf weißem Grund in den großen US-Sonntagszeitungen. Ein Gericht habe R. J. Reynolds Tobacco, Philip Morris USA, Altria und Lorillard dazu verpflichtet, eine Erklärung zu den gesundheitlichen Folgen des Rauchens abzugeben, erklären die Konzerne in der Anzeige.

Weiter heißt es: »Jedes Jahr sterben mehr Menschen an den Folgen des Rauchens als durch Mord, Aids, Suizid, Drogen, Autounfälle und Alkoholkonsum zusammen.« Aufgeführt werden zudem diverse schwere Krankheiten, für die das Rauchen verantwortlich ist.

Das Urteil fiel bereits vor elf Jahren - Richterin Gladys Kessler hatte 2006 in einer mehr als 1600 Seiten starken Begründung geurteilt, dass die Tabakkonzerne das Gesetz brachen, indem sie die Öffentlichkeit jahrzehntelang über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens belogen. Sie ordnete eine Gegendarstellung an - über die genaue Wortwahl stritten die Anwälte beider Seiten anschließend aber jahrelang.

2014 einigten sie sich schließlich darauf, dass die Anzeigen in allen wichtigen US-Sonntagszeitungen abgedruckt, zur Hauptsendezeit im Fernsehen ausgestrahlt sowie auf Zigaretten- und Tabakpackungen zitiert werden müssen - und zwar ein Jahr lang.

Die Krebs-Gesellschaft in den USA, die bei der Formulierung der Anzeigen mitgewirkt hat, nannte die Werbekampagne einen »bedeutenden Sieg für die öffentliche Gesundheit«. Die Tabakindustrie habe Millionen Menschen mit ihren Produkten gezielt abhängig gemacht - Produkten, von denen sie wussten, dass sie die Hälfte der rauchenden Menschen vorzeitig töten würden. AFP/nd

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