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Bali fürchtet gewaltigen Ausbruch

Brodelnder Vulkan sorgt für Massenevakuierungen und Flugausfälle auf der Insel

  • Von Sonny Tumbelaka, Jakarta
  • Lesedauer: 3 Min.

Ein drohender Ausbruch des Vulkans Agung versetzt Bewohner und Urlauber auf der indonesischen Ferieninsel Bali in Alarmzustand. Die Regierung ordnete am Montag an, rund 100 000 Menschen müssten die Umgebung des Agung verlassen. Die Behörden riefen die höchste Warnstufe aus. Der Flughafen der Inselhauptstadt Denpasar wurde geschlossen, Hunderte Flüge gestrichen.

Rund 40 000 Bewohner seien bereits aus dem Gefahrengebiet geflohen, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit. Die Zahl müsse jedoch noch mehr als verdoppelt werden.

Der Agung stößt seit einigen Tagen eine Rauch- und Aschewolke aus, am Montag stieg die Wolke 3400 Meter hoch in den Himmel. Die Behörden riefen bereits die höchste Warnstufe aus. Die Sperrzone wurde von sieben auf zehn Kilometer im Umkreis des Vulkans erweitert.

In nahe gelegenen Dörfern ging Asche nieder, Tausende Schutzmasken wurden an die Einwohner verteilt. Die zahlreichen Notunterkünfte füllten sich zusehends. »Ich bin beunruhigt, weil ich mein Haus zurückgelassen habe«, sagte der 36-jährige Bauer Putu Suyasa.

Es seien andauernd Erschütterungen zu spüren, sagte Vulkanologe Gede Suantika. Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, der Ascheausstoß am Mount Agung sei gelegentlich begleitet von »explosiven Eruptionen« und einem »schwachen Dröhngeräusch«. Nachts würden zunehmend Feuerstrahlen beobachtet. »Das deutet darauf hin, dass die Gefahr eines größeren Ausbruchs imminent ist.«

Der Agung liegt 75 Kilometer vom beliebten Urlaubsort Kuta entfernt. Bali lockt jedes Jahr Millionen Touristen an. Im Flugverkehr kam es bereits am Wochenende zu Beeinträchtigungen. Am Montag wurde der Flughafen in der Inselhauptstadt Denpasar geschlossen. Bereits fast 60 000 Menschen waren von Flugstreichungen betroffen. Flughafenmanager Yanus Suorayogi sagte, es müsse sichergestellt sein, dass auf den Start- und Landebahnen keine Asche liege.

Laut Auswärtigem Amt sollte der Flughafen von Denpasar zunächst bis Dienstag 7 Uhr Ortszeit geschlossen bleiben. Abhängig von der Wanderung der Aschewolke müsse jedoch mit weiteren Schließungen von Flughäfen und mit Flugstreichungen gerechnet werden. Eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes sagte am Montag, auf Bali seien derzeit etwa 5500 bis 6000 Reisende aus Deutschland. Der Veranstalter DER Touristik, der eine dreistellige Zahl von Gästen auf Bali hat, bot zunächst für Montag und Dienstag Reisenden, die an den Tagen von Deutschland nach Bali fliegen wollten, kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Auch Pauschalreisende, die bis zum Dienstag auf die Insel Lombok fliegen wollten, könnten eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung vornehmen.

Beim bislang letzten Ausbruch des Vulkans Agung waren 1963 fast 1600 Menschen ums Leben gekommen. Im September war der Vulkan wieder aktiv geworden, schon damals wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. 140 000 Menschen im Umkreis des Vulkans wurden damals in Sicherheit gebracht. Ende Oktober hatte die Aktivität des Agung zwischenzeitlich wieder abgenommen. AFP/nd

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