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Das Kino Toni ist verkauft - nicht aber seine Idee von sehenswerten Filmen

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Das traditionsreiche Kino Toni am Antonplatz in Weißensee bleibt bis auf Weiteres als Lichtspieltheater erhalten. Wie die »Berliner Zeitung« am Montag berichtete, hat der langjährige Eigentümer Michael Verhoeven das komplette Kino an Torsten Frehse und Matthias Mücke vom unabhängigen Berliner Filmverleih Neue Visionen verkauft. Die neuen Eigentümer hätten sich Verhoeven zufolge verpflichtet, das Toni mit seinen beiden Vorführräumen für mindestens zehn Jahre als Kino weiterzubetreiben. Alle Mitarbeiter sollen laut dem Zeitungsbericht übernommen werden. Ein erstes Treffen mit den neuen Betreibern sei für diesen Mittwoch anberaumt.

Vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass Verhoeven das Kiezkino verkaufen will. Als Gründe für seine Entscheidung nannte der heute 79-jährige Münchner Filmregisseur, der das Haus 1992 erworben, saniert und durch schwierige Zeiten gerettet hatte, zum einen sein fortgeschrittenes Alter, zum anderen das bevorstehende Ausscheiden der langjährigen Kinoleiterin Manuela Miethe. Der Cineast Verhoeven hatte allerdings von Beginn an keinen Zweifel daran gelassen, dass er ein bindendes Bekenntnis zur Fortführung des Kinos an den Verkaufsvertrag knüpfen und sich entsprechend viel Zeit für die Abwicklung nehmen wolle. Und er hat Wort gehalten. Von zunächst 20 Interessenten seien nach einer ersten Sichtung sechs übrig geblieben. Den Zuschlag erhielten nach langwierigen Verhandlungen nun offenbar mit Frehse und Mücke jene Bewerber, deren Vorstellungen von Film und Kino die größte Schnittmenge mit dem bisherigen Konzept des Toni aufweisen.

Neben Kinder- und Familienfilmen hatte das Haus unter Manuela Miethes Leitung seinen Schwerpunkt auf das anspruchsvolle Kino aus Deutschland und Europa gelegt - und damit beim Publikum nach einer Durststrecke zu Beginn der 2000er Jahre wieder punkten können. Michael Verhoeven, der das Kino über die Sanierung und den Wiederaufbau nach einem Brand im Jahre 2007 hinaus privat subventioniert hatte, konnte zuletzt auf Zuschüsse verzichten.

Der 1997 von Torsten Frehse mitgegründete Filmverleih Neue Visionen steht für ein mutiges und selbstbewusstes Bekenntnis zu einer Filmkunst, die es bei den meisten anderen Verleihen schwer hat. An seinem Programm, heißt es auf der Homepage von Neue Visionen, werde deutlich, »dass wir uns besonders interessieren für: europäische Filmkunst, sozialkritische Filme, osteuropäische Filme, engagierten Dokumentarfilm, junges deutschsprachiges Kino, alternative Lebenswelten, Filme von Frauen, afrikanisches Kino«. Das Kino Toni hat seit Langem viele Filme dieses Verleihs im Programm.

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