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Zu lange Kündigungsfristen beanstandet

Die Kündigungsfrist eines Arbeitsvertrages ist unwirksam, wenn sie die gesetzliche Frist deutlich überschreitet.

Das entschied das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 27. Juli 2017 (Az. 2 AZR 681/16). Es kippte damit eine vereinbarte Kündigungsfrist von drei Jahren.

Im konkreten Fall hatte ein Speditionskaufmann aus Sachsen geklagt. Mit seinem Arbeitgeber hatte er eine dreijährige Kündigungsfrist vereinbart. Doch als der Beschäftigte entdeckte, dass der Arbeitgeber ihn mit einem sogenannten Keylogger heimlich am PC überwachte, reichte er die Kündigung ein.

Die Software protokollierte am PC sämtliche Tastaturanschläge. Solch einen Einsatz ohne Zustimmung des Beschäftigten hatte das Bundesarbeitsgericht wegen der damit verbundenen Persönlichkeitsrechtsverletzung bereits in einem anderen Verfahren am 27. Juli 2017 beanstandet.

Der Arbeitnehmer kündigte das Arbeitsverhältnis entsprechend den gesetzlichen Kündigungsfristen und begründete dies mit dem schweren Pflichtverstoß des Arbeitgebers. Dieser wollte den Mann nicht so schnell ziehen lassen und verwies auf die dreijährige Kündigungsfrist.

Das Bundesarbeitsgericht hielt diese für unwirksam. Zwar dürften Arbeitgeber und Beschäftigte von den gesetzlichen Regelkündigungsfristen abweichen und individuelle Vereinbarungen treffen. Hier stelle die Kündigungsfrist aber eine unangemessene Benachteiligung des Arbeitnehmers dar. Die Kündigung des Beschäftigten sei daher wirksam. epd/nd

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