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Nordkoreas Rakete provoziert »große Sorge«

Internationaler Protest nach erneutem Testflug / US-Städte jetzt angeblich in Reichweite

  • Von Park Chan-Kyong, Seoul
  • Lesedauer: 2 Min.

Empörte Reaktionen des Westens und Russlands, besorgte Aufrufe zu Verhandlungen aus China. Die USA, Japan und Russland verurteilten den jüngsten Raketentest Nordkoreas am Mittwoch, die Bundesregierung bestellte den nordkoreanischen Botschafter ein. China äußerte seine »große Sorge« und zugleich Hoffnung auf eine »friedliche Beilegung« des Konflikts. Pjöngjang hatte zuvor eine ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 getestet und erklärte, das gesamte US-Festland liege in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

Nach US-Erkenntnissen stürzte die Rakete etwa 1000 Kilometer vom Startort entfernt ins Meer, sie habe keine Gefahr für Nordamerika dargestellt. Experten zufolge handelte es sich aber um eine besonders starke Rakete mit großer Reichweite. Mit bisherigen Raketen kann Nordkorea bereits den US-Bundesstaat Alaska erreichen.

US-Präsident Donald Trump drohte schärfere Sanktionen an. Nach einem Telefonat mit dem japanischen Premier Shinzo Abe wurde erklärt: »Die Provokationen des nordkoreanischen Regimes untergraben seine eigene Sicherheit und treiben seine Isolation in der internationalen Gemeinschaft voran.« Trump telefonierte auch mit Südkoreas Präsident Moon Jae In. Dieser sagte in Seoul: »Wir müssen das Szenario vermeiden, in dem der Norden die Lage falsch einschätzt und uns mit Atomwaffen bedroht oder in dem die USA einen Präventivschlag erwägen.«

Der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang äußerte »große Sorge« und rief die USA und Nordkorea zu Verhandlungen auf. Nordkorea müsse sich an die UN-Resolutionen halten und Handlungen unterlassen, »die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel anheizen«. Zugleich mahnte der Sprecher eine friedliche Verhandlungslösung an, da es keine militärische Lösung geben könne.

Der Ministeriumssprecher bekräftigte Chinas Vorschlag, dass Nordkorea seine Waffentests einstellen solle und die USA im Gegenzug ihre Militärmanöver in der Region aussetzen. Washington hatte dies wiederholt abgelehnt. Noch am Mittwoch wollte der UN-Sicherheitsrat über Nordkoreas Raketentest beraten, den UN-Generalsekretär Antonio Guterres als »klaren Verstoß« gegen UN-Resolutionen bezeichnete.

Russland sprach von einer »Provokation« Nordkoreas. Der Raketentest lasse die Aussichten auf eine Beilegung der Krise in die Ferne rücken, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete Nordkoreas Vorgehen als »Bedrohung der Stabilität der gesamten Region«.

Die getestete Rakete erreichte nach nordkoreanischen Angaben eine Flughöhe von 4475 Kilometern. Nach Einschätzung des US-Experten David Wright legt ihre Flugbahn eine Reichweite von 13 000 Kilometern nahe, so dass sie jede größere US-Stadt erreichen könnte. AFP

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