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Hexen, Spaß und gute Gespräche

171 Reiselustige waren beim 20. nd-Leserreisetreffen in Alexisbad dabei

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 4 Min.

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Entdeckungstour in den schmalen Gassen von Quedlinburg
Entdeckungstour in den schmalen Gassen von Quedlinburg

Vielleicht hatte ja der eine oder andere darauf gehofft, beim 20. Treffen der nd-Leserreisegemeinschaft vom 5. bis 8. November in Alexisbad von den ersten Schneeflocken des Jahres begrüßt zu werden. Zugegeben, schön wär es schon gewesen, die malerischen Orte des Harzes als Winterwunderwelt zu erleben. Statt dessen wurden all jene ein bisschen beneidet, die vorsorglich die Sonnenbrille eingepackt hatten. Denn zumindest am ersten Ausflugstag gab Klärchen noch mal alles. Gewissermaßen als ihr Geschenk zum runden Jubiläum.

Fotostrecke: Leserreisentreffen lockte in den Harz

  • <p>Die 20. Auflage des Leserreisentreffs führte diesmal in den Harz nach Alexisbad, einem Ortsteil von Harzgerode mit etwas mehr als 40 Einwohnern, der insbesondere als Ausflugs- und Ferienort dient. Unser Hotel, das “<a href="http://www.alexisbad.morada.de/" target="_blank">Morada</a>”, befindet sich idyllischer Lage im Selketal. Unweit davon pfeifft von Zeit zu Zeit die Harzer Schmalspurbahn vorbei. Das Hotel ist insbesondere bei Wanderern aufgrund seiner Lage sehr beliebt, bot aber auch unserem Lesereisetreffen ideale Bedingungen. Die Straße nach Alexisbad führt über einige Serpentinen. Was dem Urlauber Vergnügen bot, verlangte den Busfahrern einiges fahrerisches Können ab.</p>


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  • Schon beim Eintreffen in den Zimmern waren die Gäste mit Reiseinformationen versorgt.
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  • <p>Der Hoteldirektor Lars Zimmermann begrüsst die Teilnehmer am Leserreisetreff im Namen des Hotels.</p>


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	<li>Bild <a href="https://www.neues-deutschland.de/downloads/02_lrt17.JPG" target="_blank">downloaden</a> (rechte Maustaste → Grafik speichern unter).</li>
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Fotostrecke mit 66 Bildern

Freundliche Hexen begrüßten die Gäste.
Freundliche Hexen begrüßten die Gäste.

Gut gelaunt machten sich die 171 Teilnehmer auf den Weg nach Wernigerode, wo sie zunächst auf den Spuren der Geschichte der »Bunten Stadt im Harz«, wie sie der Dichter Hermann Löns einst bezeichnete, zu wandeln. »Eine Kulisse wie aus dem Märchen«, sagte eine Teilnehmerin begeistert und lag damit goldrichtig. Denn tatsächlich war die von Hunderten Fachwerkhäusern geprägte Altstadt schon oft Drehort für Märchenfilme. Märchenhaft ging es am Mittag dann gleich weiter, nämlich mit der Harzer Schmalspurbahn nach Drei Annen Hohne. Geräuschvoll schnaufend bahnte sich die Dampflok den Weg aufwärts durch den in schönsten Herbstfarben leuchtenden Wald. Und drinnen in den Waggons wurden Erinnerungen an frühere Fahrten wach - mit den Kindern und Enkeln und deren Begeisterung über das nostalgische Stahlross und die historischen Wagen, durch die noch heute ein Schaffner geht und ganz altmodisch die Fahrkarten mit der Zange entwertet. Herrlich!

Romantische Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn.
Romantische Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn.

Was die Reiseteilnehmer zu Beginn der Tour noch nicht wussten, wurde zu einem Höhepunkt des Tages - eine Gondeltour hinauf zum Hexentanzplatz. Eigentlich ist die Seilbahn ja derzeit wegen Wartungsarbeiten geschlossen, doch, gewissermaßen als Geschenk an das Jubiläumstreffen wurde sie exklusiv für die nd-Reiseteilnehmer geöffnet. Und nicht nur das, auch die Hexen unterbrachen ihren Winterschlaf und brachten für jeden einen kleinen »Warmmacher« mit. Als Stimmungsheber war er nicht notwenig, die war schon bestens. Vom Hexentanzplatz aus genossen die Reisenden den Blick hinüber zur Rosstrappe und auf die Stadt Thale und lauschten dabei den Erzählungen der Hexen - von sich selbst und ihrem Verhältnis zum Teufel, der sich zum Glück nicht blicken ließ. Die Gäste waren begeistert, manche, vor allem die rund 30 »Neulinge« staunten, was ihnen so alles geboten wird. Für andere, insbesondere für jene, die nicht eines der 20 Leserreisetreffen verpasst haben, war die Gondelfahrt auf das Dach von Thale nur eine erneute Bestätigung, dass das »nd« immer für eine Überraschung gut ist.

Das hatte schon der Abend zuvor gezeigt: Viele der Leserinnen und Leser waren müde von der langen Anreise, einige hätten wohl am liebsten schon bald ihre Betten im Hotel »Morada« getestet. Doch dann kamen Schauspieler Jens-Uwe Bogatke und Musiker Jürgen Beyer mit ihrem Heinrich-Heine-Programm. »Als ob der Dichter selbst im Saal gesessen hätte«, »großartig«, »witzig, nachdenklich und ein wenig sentimental« - alle waren hin und weg von dem kurzweiligen Abend und auch die Müdigkeit war verflogen.

Wahrscheinlich hatte sich Petrus am ersten Ausflugstag völlig verausgabt, denn der zweite zeigte sich nicht nur grau in grau, sondern auch als brodelnde Waschküche. Streckenweise verschwand der Harz im dichten Nebel. Dafür aber hatte einer der regionalen Reiseführer eine ganz simple Erklärung: »Gestern waren die Hexen unterwegs, heute waschen sie ihre Sachen. Dabei öffnen sie die Fenster, damit der Dampf abziehen kann. Logisch?« Logisch!

Und so wurde der Stadtspaziergang durch Quedlinburg und durchs Kloster Michaelstein zu einer streckenweise ziemlich verschwommenen Angelegenheit. Das erzählten auch einige derjenigen, die sich für den Ausflug nach Nordhausen entschieden hatten. Denn der beinhaltete auch einen Besuch in der Nordhäuser Traditionsbrennerei, wo das eine oder andere Körnchen verkostet wurde.

Am Nachmittag dann hatten alle die Qual der Wahl zwischen mehreren Gesprächsrunden mit Prominenten und Redakteuren. So gab es zwei Reisevorträge - einen mit Dr. Klaus Mewes zu Norwegen und einen mit Michael Müller zu Bulgarien und Zypern. Axel Peschel, Horst Schäfer und Ralf Fiebelkorn luden zu einem Gespräch zum Friedensfahrtmuseum in Klein Mühlingen ein, der Fotograf Thomas Billhardt sprach über seine Reisen, Geschäftsführer Olaf Koppe informierte die Leser zum Neuesten über ihre Zeitung und ich selbst beantwortete Fragen rund um das Thema Leserbriefe. Vereint waren dann alle wieder bei der politischen Gesprächsrunde mit Wulf Gallert, Vizepräsident des Landtages Sachsen-Anhalt.

Später, zum Galaabend, hatte sich jeder in Schale geworfen. Der Sänger Michael Hansen sorgte nicht nur für Stimmung und spontane Chorgesänge, sondern begeisterte auch mit musikalischen Einlagen auf der Panflöte und einem »Streichkonzert« auf der Singenden Säge.

Kaum begonnen, waren die vier tollen Tage der Jubiläumsreise auch schon wieder vorbei. Die vor dem Hotel gehisste nd-Fahne wurde eingezogen und man verabschiedete sich mit einem: Auf Wiedersehen 2018 in Bergen auf Rügen.

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