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Heimerzieher wird vor Gericht gestellt

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Strausberg. Gut vier Jahre nach Misshandlungsvorwürfen und der Schließung von mehreren Erziehungsheimen muss sich erneut ein Betreuer vor Gericht verantworten. Die Hauptverhandlung ist am 18. Januar geplant, wie das Amtsgericht Strausberg auf Anfrage mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hatte Anklage wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen erhoben. Der Erzieher soll einen jugendlichen Heimbewohner im Haasenburg-Heim in Müncheberg körperlich misshandelt haben.

Es ist das zweite Mal, dass ein ehemaliger Erzieher wegen körperlicher Gewalt vor Gericht kommt. Der erste Misshandlungsprozess endete 2015 mit einem Freispruch. Das Gericht hatte die Aussage eines Jugendlichen nämlich als nicht glaubhaft eingestuft. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Betreuer in dem damaligen Verfahren vorgeworfen, den Heimbewohner mit dem Ellenbogen ins Gesicht geschlagen zu haben.

Im Sommer 2013 hatte der Skandal begonnen. Die drei Haasenburg-Standorte Neuendorf am See und Jessern (beide im Landkreis Dahme-Spreewald) sowie Müncheberg (im Kreis Märkisch-Oderland) hatten bis dahin Kinder und Jugendliche betreut, die als schwer erziehbar galten. Erzieher gerieten unter Verdacht, Bewohner drangsaliert und gedemütigt zu haben. Ende 2013 entzog die damalige Bildungsministerin Martina Münch (SPD) der Haasenburg GmbH die Betriebserlaubnis für die drei Erziehungsheime. Die Misshandlungsvorwürfe hatten für ein großes Echo in den Medien gesorgt. Das führte auch zu einer Grundsatzdebatte über den Umgang mit schwierigen Jugendlichen.

Außer den Misshandlungsvorwürfen gibt es noch einen zweiten Aspekt, mit dem sich die Justiz auseinandersetzen muss. Die Haasenburg GmbH klagt nämlich gegen den Entzug der Betriebserlaubnis. Das Verwaltungsgericht Cottbus muss klären, ob die Schließung rechtmäßig war. Eigentlich hätte im November die Verhandlung darüber beginnen sollen. Aber wegen weiterer Sachaufklärung verschob das Gericht den Termin. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, wie ein Sprecher am Freitag sagte.

Die Ermittlungen zu dem Erziehungsheimskandal sind weitgehend abgeschlossen. Nur in einem Verfahren wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus noch ermittelt. dpa/nd

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