Werbung

Überhebliche Anschuldigungen

Alexander Isele findet die Empörung über Franziskus falsch

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Was ist Papst Franziskus nicht kritisiert worden auf seiner Reise nach Myanmar und Bangladesh. Er habe seine moralische Integrität und Autorität verloren, weil er den Begriff »Rohingya« nicht verwendet habe und kein Flüchtlingslager besuchte, warfen ihm Medien und Menschenrechtsorganisationen vor. Dabei hatten ihn die Vertreter der katholischen Kirche in Myanmar explizit gebeten, dies zu unterlassen. Vertreter der Bischofskonferenz des Landes legten nahe, dass Berichte über ethnische Säuberungen in Rakhine nicht vertrauenswürdig seien.

Franziskus hat in Myanmar das Wort Rohingya öffentlich nicht in den Mund genommen. In den Gesprächen mit Militär und Regierungsvertretern die Situation aber angesprochen, ließ sein Sprecher durchblicken. In Bangladesh traf er sich mit Rohingya-Flüchtlingen.

Es ist die moralische Empörung der Besserwisser, die Menschen erst zu Heiligen erklären, um sie dann bei der ersten nichtgenehmen Handlung zu verdammen. Vor dem Papst geschah das in Myanmar auch Aung San Suu Kyi, die sich um eine Lösung des komplexen Konflikts bemüht und deren Möglichkeiten dazu, genau wie die von Franziskus, völlig falsch eingeschätzt werden.

Eine Auseinadersetzung mit dem Thema, dessen Schwierigkeiten, den Lösungsansätzen und -versuchen, findet so nicht statt. Stattdessen werden Steine in den Weg gelegt. Wo moralisiert wird, verengen sich Spielräume, wird Austausch unmöglich. Vor den Kulissen genau wie dahinter.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!