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Das Revolutionäre ist männlich

Geschlechtliche Zuschreibungen während der Oktoberrevolution lassen sich auf eine simple Gleichung reduzieren

  • Von Bini Adamczak
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Die Oktoberrevolution ereignete sich nicht im Oktober, schon gar nicht am 25. Oktober 1917. Es war nicht ein Tag, der die Welt erschütterte, und es waren auch nicht zehn, wie der amerikanische Journalist John Reed bereits im Titel des Buches behauptete, das für lange Zeit die einflussreichste und von Lenin autorisierte Darstellung des sowjetischen Umsturzes werden sollte. Der richtige Zeitpunkt und die ihm zukommende Entscheidung spielten nicht die Rolle, die ihnen so häufig zugeschrieben wird; die Umwälzung der Gesellschaft war nicht das Werk eines einzelnen Mannes (Lenin) und auch nicht das einer zentralistisch organisierten Partei, (SDAPR [B]). Sie war es weder in der Eröffnung noch in der Umsetzung. Aber in der Inszenierung.

Noch im Oktober 1917 hatte Lenin begonnen, »die Legitimität der Sowjetregierung mit der ›Revolution vom 24.-25. Oktober‹ und nicht mit dem Sowjetkongress zu begründen« (Rabinowitch 2010). Der »Mythos des b...


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