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Notrufe in der Kälte

Bei jedem Durchqueren der Stadt sind sie zu sehen, die Draußenschläfer, U-Bahn-Bettler, um Würde ringende Straßenzeitungsverkäufer oder betrunkene Eckensteher. Obdachlosigkeit hat viele Gesichter. Viele fragen sich, welchen Beitrag sie leisten können, um das Leid der Ärmsten zu lindern. Gerade jetzt im Winter.

Die Berliner Kältehilfe, die Notübernachtungen für Wohnungslose anbietet, ruft dazu auf, nicht wegzuschauen. »Wenn Sie vermuten, dass die Person unter der Kälte und Witterung leidet, sprechen Sie sie höflich an und fragen, ob sie was braucht oder ob sie Hilfe annehmen will«, heißt es auf ihrer Website. Die Streetworker, die tagsüber an den bekannten Brennpunkten in den Kiezen unterwegs sind, können sich leider gar nicht um alle Bedürftigen kümmern.

Rund Tausend Schlafplätze bietet die Kältehilfe in den Notübernachtungen und Nachtcafés in diesem Jahr an. Die Einrichtungen öffnen am Abend, bieten häufig Essen und einen Schlafplatz an - manchmal ein Isomattenlager, manchmal Feldbetten. Erfahrungsgemäß sind die zentrumsnahen Einrichtungen in den meisten Nächten voll ausgelastet, während die Notübernachtungen der Außenbezirke oft noch Plätze haben. Orientierung über die verschiedenen Angebote bietet auch eine App der Kältehilfe.

Im Einsatz sind in diesem Jahr erneut ein Wärmebus des Roten Kreuzes sowie zwei Kältebusse der Berliner Stadtmission. Die Busse suchen Bedürftige auf und fahren sie zu einem geeigneten Nachtquartier. Dieser kostenfreie Transfer kann auch von Passanten gerufen werden. Wenn eine Person jedoch hilflos wirkt, rät die Kältehilfe, die Polizei über den Notruf 110 zu informieren. Bei akuten Gefährdungen gilt es, den Rettungsdienst über 112 zu verständigen.

Durch das Raster der Wohnungslosenhilfe fallen oftmals Osteuropäer. Darauf wies der Arbeitskreis Wohnungsnot kürzlich hin. Der Zusammenschluss von 70 Einrichtungen für Wohnungslose richtete einen dringlichen Appell an den Senat, die Angebote für diese Personengruppe zu verbessern. sot Foto: imago/epd

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