Youtube will mehr Videos löschen

10.000 Mitarbeiter sollen Uploads auf Gewalt und »Extremismus« prüfen

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Youtube will Videos, die verbotene Inhalte zeigen, schneller löschen.
Youtube will Videos, die verbotene Inhalte zeigen, schneller löschen.

Die Videoplattform Youtube will künftig mehr Videos löschen, die verbotene Inhalte verbreiten. Dazu will die Google-Tochter im nächsten Jahr 10.000 Mitarbeiter abstellen, die hochgeladene Videos prüfen und gegebenenfalls löschen, wie Youtube-Chefin Susan Wojcicki am Montag mitteilte. Die Prüfer sollen dabei vermehrt von einer Software unterstützt werden, die bereits jetzt genutzt wird. 98 Prozent der gelöschten Videos werden laut Wojcicki inzwischen von selbstlernenden Maschinen aufgespürt.

Seit Juni seien bereits 150.000 Videos wegen »gewalttätigem Extremismus« gelöscht worden. Nach welchen Kriterien diese Einordnung stattfindet, bleibt unklar. Auch in den Community-Richtlinien findet sich dazu keine Definition.

Die Plattform will nun auf die Erfahrungen des vergangenen Jahres aufbauen, um weitere unerwünschte Inhalte und Accounts zu eliminieren. Konkret will Youtube dabei das Augenmerk auf den Schutz von Kindern und auf »Hassrede« in Videos und Kommentaren legen.

Das Unternehmen reagiert damit auf die vermehrte Kritik seitens der Politik sowie den wachsenden Druck von Werbekunden, deren Anzeigen teilweise im Zusammenhang mit problematischen Videos zu sehen waren. Dies hatte in der Vergangenheit bereits zu Boykotten geführt. Youtube-Chefin Wojcicki verspricht nun, einen neuen Werbeansatz zu verfolgen, der unter anderem eine sorgfältigere Prüfung vorsieht, welche Kanäle und Videos für Werbung in Frage kommen.

Überdies übt die britische Regierung seit den Anschlägen in Großbritannien erheblichen Druck auf die Internetkonzerne aus, radikales Material von ihren Plattformen zu entfernen.

In Deutschland tritt zudem ab Januar das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) in Kraft, das die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen will, Videos mit Hass und Gewalt schneller zu löschen. Wojcicki hatte zuvor kritisiert, dass Youtube von dem Gesetz betroffen ist. »Die Selbstregulierung hat bei uns funktioniert«, sagte Wojcicki laut Heise.de. Youtube habe nicht die Absicht, Inhalte zu zensieren.

Dies dürften einige Nutzer anders sehen. Erst am Montag sperrte das Portal ein Video des Berliner Künstlerkollektivs »Zentrum für politische Schönheit« (ZPS), in dem Anhänger des AfD-Politikers Björn Höcke Journalisten angreifen. Zu sehen ist ein leichtes Handgemenge in der Nähe von Höckes Haus, wo die Künstler ein nachgebautes Holocaust-Mahnmal aufstellten. Youtube sperrte laut Netzpolitik.org das Video mit der Begründung, dass »Hassreden oder Inhalte, die zu Gewalt auffordern oder diese verherrlichen« auf der Plattform strikt verboten seien. Inzwischen ist das Video zwar wieder verfügbar, jedoch war die Sperrung vom Montag nicht das erste Vorgehen gegen das Zentrum. Zuvor hatte Youtube den gesamten Account des ZPS kurzzeitig gesperrt. mit Agenturen

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