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Ein Hochhaus macht keine Krone

Verwirklichung der ambitionierten Neupläne am Alexanderplatz nimmt Konturen an

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 3 Min.

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Ein Vierteljahrhundert alt wird im kommenden Jahr der vom Architekten Hans Kollhoff entworfene Hochhausplan für den Alexanderplatz. Lange fehlten Investoren, doch nun werden die Projekte konkret. Links (im Bebauungsplan D1 benannt) und rechts (D3) des Hotels Park Inn, möchte der französische Immobilieninvestor Foncière des Régions gleich zwei Wolkenkratzer bauen. Der Kollhoff-Plan ist dafür allerdings nur bedingt tauglich, denn er ging davon aus, dass der komplette Bestand bis auf die Anfang der 1930er Jahre fertiggestellten Behrens-Bauten abgerissen würde. Doch das ehemalige Haus des Reisens an der Ecke Otto-Braun- und Alexanderstraße sowie das für den Berliner Verlag erbaute Hochhaus an der Karl-Liebknecht-Straße bleiben. Und das Park Inn soll nach dem Willen des Eigentümers erhalten bleiben.

Architekt Matthias Sauerbruch vom Büro Sauerbruch Hutton schlägt für die Ecke Karl-Liebknecht-Straße (D1) einen Zwillingsbau in den gleichen Dimensionen wie das Park Inn vor, also nur 130 statt 150 Meter hoch, verbunden durch einen gemeinsamen Sockelbau mit dem Hotelturm. Auf der anderen Seite, wo derzeit noch eine Strandbar residiert, soll gebaut werden, wie es der Bebauungsplan vorsieht: 150 Meter hoch, mit einem 30 Meter hohen Sockelgebäude (D3). Diese Pläne sind beim Baukollegium, dem Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (parteilos, für LINKE) vorsitzt, durchgefallen.

»Laissez faire wie in London«, das möchte das Kollegium nicht, übermittelt Mitglied Kees Christiaanse. »Wir müssen uns als Senat mit der Frage auseinandersetzen, was den Platz zusammenhält, wenn die Kollhoff-Pläne nicht realisiert werden können«, sagt Lüscher. Eine überarbeitete Leitlinie für den Platz soll her. Wohin die Reise gehen könnte, deutet Andreas Gorkisch an, indem er die auf 130 Meter »zurückgenommene Höhe« des Twin Towers lobt. Die Stadtentwicklungsverwaltung muss sich beeilen. Bereits im Januar soll der Architekturwettbewerb für den Turm D3 ausgelobt. »Bis dahin sind wir sprechfähig«, verspricht Lüscher.

Auch für einen Wolkenkratzer zwischen Kaufhof und Karl-Liebknecht-Straße werden momentan konkrete Pläne entwickelt, mit Details an die Öffentlichkeit gehen wollen die Investoren allerdings noch nicht. Allerdings wäre wohl auch hier ein neuer Bebauungsplan nötig.

Für den am Rande des Alexa-Einkaufszentrums vorgesehenen Turm der russischen Monarch-Gruppe wurde nach langem hin und her nun ein genehmigungsfähiger Bauantrag eingereicht. Lange ging man bei Monarch davon aus, das die Senatsverwaltung irgendwann einfach die Genehmigung für 15 Prozent mehr Gebäudefläche als im Bebauungsplan vorgesehen geben würde. Er bot auch Kopplungsgeschäfte an, so sollten zehn Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden sein. »Das dürfen wir gar nicht machen«, erklärt Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (LINKE). Den Russen läuft langsam die Zeit davon, laut Kaufvertrag für das Grundstück muss Ende 2018 »nachhaltig« mit dem Bau begonnen werden.

Noch keine Aktivitäten gibt es nördlich der Alexanderstraße, beim Hochhausprojekt der Firma Hines neben dem Elektronikmarktwürfel steht nach wie vor eine Einigung mit den Berliner Verkehrsbetrieben aus. Der Tunnel der U5 verläuft direkt neben dem Baufeld.

Hinter den Kulissen geht es allerdings planmäßig voran bei dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Hochhaus-Leitbild für die Gesamtstadt. »Nicht ganz trivial« sei dabei die Frage, wie man spekulative Bodenwertsteigerungen vermeidet, sagt Lompscher. Man habe sich mit Städten wie Wien, Frankfurt am Main und München ausgetauscht, die solche Konzepte bereits haben. Nun soll der Bestand erfasst und durchgespielt werden, wie sich welches Modell konkret auswirken würde. Das soll ein externes Büro übernehmen. Die Ausschreibung läuft. 2019 könnten das Leitbild schließlich beschlossen werden.

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