Die andere Hälfte der Geschichte

Wie Zwickauer Autobauer ihr Leben in der DDR gewürdigt sehen wollen

  • Von Hendrik Lasch, Zwickau
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Der Trabant ist seit der Wende stellvertretend für die DDR Ziel von Spott. Die Menschen, die ihn bauten, werden mitgetroffen.

Nach dem 9. November 1989 ahnte Wolfgang Neef: Das war’s. Als die Bürger seines kleinen Landes in jenen Wochen in die große weite Welt aufbrachen, taten sie das zumeist in einem Trabant. Der Produktionschef jenes Betriebes, in dem das Auto hergestellt wurde, war sich aber sicher, dass viele mit dem Wunsch nach einem anderen Wagen heimkamen. 146 000 Pkw der Marke »Trabant« wurden 1989 im VEB Sachsenring Zwickau noch gefertigt. Im Jahr darauf waren es weniger als die Hälfte, und 1991 liefen nur noch 34 500 der Kleinwagen vom Band, bevor deren Produktion am 30. April 1991 eingestellt wurde. Damit, sagt Neef, »war für immer Schluss«.

Viele der rund 40 Männer, die 26 Jahre später an einem frühen Winterabend im Julius-Seifert-Haus der Zwickauer SPD sitzen, haben den denkwürdigen Tag miterlebt - einen Tag, an dem sich auch gestandene Ingenieure und Bandarbeiter die Tränen verdrücken mussten. In Zeitungsberichten über das Ende der Trabant...

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