Machtkampf im Aldi-Nord-Clan

Beim milliardenschweren Discounter streiten Familienzweige um den Einfluss in den Albrecht-Stiftungen

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...
Aldi: Machtkampf im Aldi-Nord-Clan

Sie sind eigentlich zur familiären Gemeinsamkeit verdammt: die Erben von Theo Albrecht. Der 2010 verstorbene Firmenpatriarch von Aldi Nord hatte nämlich zu Lebzeiten das Kapital des Lebensmitteldiscounters in drei Stiftungen überführt, die an die unterschiedliche Clanzweige vergeben wurden: die Markus-Stiftung an Witwe Cäcilie, die Lukas-Stiftung an Sohn Theo und die Jakobus-Stiftung an den anderen Sohn Berthold. Und alle wichtigen Entscheidungen müssen die drei Stiftungen einstimmig fällen. Meist gelang dies - wie zuletzt bei der größten Modernisierungsaktion in der Geschichte des Discounters: 5,2 Milliarden Euro werden derzeit investiert, um allen 2250 deutschen Filialen von Hessen bis Mecklenburg-Vorpommern ein freundlicher anmutendes Interieur zu verpassen.

Doch eine Entscheidung sorgt nicht nur für Familienzwist, sondern beschäftigt sogar die Gerichte: Kurz vor Weihnachten 2010 beschloss der Vorstand der in Nortorf (Schleswig-Holstein) ansässigen Jakobus-Stiftung eine Satzungsänderung, die den Einfluss der Familie zugunsten des langjährigen Anwalts der Familie, Emil Huber, stark einschränkte. Huber, der die Änderung selbst aufgesetzt haben soll und dem Vorstand der Markus-Stiftung angehört, wurde nach dem plötzlichen Tod Berthold Albrechts 2012 als Vorstand der Jakobus-Stiftung bestellt, aber später von den beiden Töchtern im Vorstand abberufen.

Die Witwe und die Kinder wollen die Satzungsänderung gerichtlich für ungültig erklären lassen. Begründung: Zum einen sei Berthold damals nicht zurechnungsfähig gewesen, da er schwer krank war und unter Medikamenteneinfluss stand. Zum anderen habe er für einen abwesenden Vorstand mit unterschrieben, was die Satzung ausgeschlossen habe.

In erster Instanz bekamen die Erben vor dem Verwaltungsgericht Schleswig Recht. Demnach dürfe sich auch der Stifter selbst nicht über die Satzung stellen. Gegen die Entscheidung legte der Kreis Rendsburg-Eckernförde, der als Stiftungsaufsicht die Satzungsänderung akzeptiert hatte, Berufung am Oberverwaltungsgericht ein. Bei der Verhandlung wurde am Donnerstag das damals abwesende Vorstandsmitglied befragt. Nach seiner Aussage sei alles korrekt verlaufen, denn er habe Berthold Albrecht mündlich bevollmächtigt, in seinem Namen für die Satzungsänderung zu stimmen.

In dem Streit geht es um weit mehr als die Frage eines Formfehlers. Wie das Verfahren sichtbar machte, ist die öffentlichkeitsscheue Familie, deren Vermögen auf 14 Milliarden Euro geschätzt wird, offenbar völlig zerstritten. Witwe Babette pflegt einen prunkvollen Lebensstil. Sie und ihr Mann sollen allein 100 Millionen Euro für Gemälde und einen Oldtimer-Fuhrpark ausgegeben haben. Theo Albrecht jr. hingegen, der sich an die Tradition seines erzkatholischen Vaters hält, nicht mit dem Reichtum zu protzen, befürchtet, dass Babette und ihre Kinder zu viel Geld aus der Stiftung gezogen haben und damit eine Belastung für das Unternehmen insgesamt seien. »Mein Bruder würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was hier abläuft«, sagte er dem »Handelsblatt«: Wenn die alte Satzung wieder gelte, könnten die Kinder von Berthold »das Unternehmen am Nasenring durch die Manege führen; sie hätten damit ein unbegrenztes Erpressungspotenzial«.

Und so geht es in dem Verfahren letztlich auch um die Frage, wer eigentlich das Sagen bei Aldi Nord hat: Der verordnete Gemeinschaftssinn jedenfalls hat den Patriarchen nicht überlebt.

ndTrend
Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken