Gefangen in der Schuldenfalle

Tomas Morgenstern fragt sich, wie leichtfertig sich mancher verschuldet

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

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Schulden: Gefangen in der Schuldenfalle

»Du kannst nur das Geld ausgeben, das Du auch im Portemonaie hast.« Diese Binsenweisheit sollten die Verfasser Jahr für Jahr ihrem Schuldneratlas ins Vorwort schreiben und dick unterstreichen - wobei anzunehmen ist, dass dies zu keinem grundlegenden Wandel führt. Zu groß sind wohl in manchen Bevölkerungsschichten die Verlockungen der Konsumgesellschaft und der raschen Verfügbarkeit von Geld »auf Pump«. Diesem Phänomen, da ist dem Wirtschaftsdienstleister Creditreform nur zuzustimmen, ist wohl nur langfristig durch Bildung und Aufklärung beizukommen. Und begonnen werden müsste damit im Elternhaus und vor allem spätestens in der Schule.

Doch die Ursachen, die dazu führen können, dass Menschen in die Schuldenfalle geraten, sind vielfältig und haben sehr häufig nichts mit »Kaufrausch«, sondern stattdessen mit echter Not zu tun. So gilt als wichtigster Grund noch immer Arbeitslosigkeit - bei jedem fünften Betroffenen war sie im vergangenen Jahr Auslöser der Überschuldung. Obwohl oder gerade weil die Arbeitslosigkeit angesichts des Wirtschaftsaufschwungs stark zurückgegangen ist, hat mancher möglicherweise die Risiken eines Kredits oder Ratenkaufs sträflich unterschätzt.

Deutlich häufiger als in den Vorjahren führen auch Fälle, die der Schuldneratlas unter »Erkrankung, Sucht, Unfall« zusammenfasst, ins finanzielle Abseits. Dicht gefolgt von den materiellen Auswirkungen, die »Trennung, Scheidung, Tod« mit sich bringen können. Jede zehnte Überschuldung ist auf »unwirtschaftliche Haushaltsführung« zurückzuführen, etwas weniger häufig trifft man auf die Folgen von gescheiterter geschäftlicher Selbstständigkeit.

Erschreckend ist, wie viele Menschen bereits über ihre Verhältnisse leben. Bedrohlich aber ist wohl, dass viele von ihnen inzwischen so tief in der Schuldenfalle sitzen, dass sie ohne fremde Hilfe nicht herausfinden. Ihnen muss die Schulderberatung Wege ebnen. Und die muss dafür ausgebaut und qualifiziert werden.

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