Keine Blumen, keine Trauerfeier

Amtsbestattungen: Kritiker bemängeln, dass sich Behörden zu wenig Zeit für die Suche nach Angehörigen nehmen

  • Von Dagmar Schediwy
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Alter Domfriedhof der St. Hedwigs-Gemeinde in Berlin: Auf den grünen Plaketten stehen die Namen der verstorbenen Menschen, ihr Geburtsjahr und ihr Todesjahr.

Der letzte Weg von Ida H. wird ein kurzer sein. Um 12 Uhr 20 kommt ein stämmiger Mann hinter der Kapelle des alten Domfriedhofs der St. Hedwigs-Gemeinde in Berlin hervor. Er trägt die Urne von Ida H. in der rechten Hand. Nur ein paar Schritte, dann macht er vor einem Familiengrab aus schwarzem Marmor halt. »Hier ruht mein lieber unvergessener Mann, Anton Schilinski, geb. 1837, gest. 1908« steht auf der linken, »Hier ruht in Gott Frau Ottilie Schilinski, geb. 1857, gest.1936« auf der rechten Seite des Monuments.

Seit Ottilie ihrem Gatten Anton 1936 nachfolgte, wurde hier fast 80 Jahre kein Mensch mehr beerdigt. Bis der St. Hedwig-Domfriedhof vor drei Jahren die öffentliche Ausschreibung der Stadt Berlin gewann. Seither finden auf dem ehemaligen Prominentenfriedhof, dessen denkmalgeschützte Gräber viele illustre Namen zieren, die ordnungsamtlichen Urnenbeisetzungen der Hauptstadt statt.

Ordnungsbehördliche Bestattungen sind Beg...


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