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Das Leiden der Eichen

Wie sehr der Klimawandel den Bäumen zu schaffen macht, erläutert der Waldzustandsbericht

Der Klimawandel geht an den Berliner Wäldern nicht spurlos vorüber. Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) sagte am Donnerstag bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2017, die Wälder hätten sich »nicht zum Positiven hin entwickelt«. Trotz leichter Zunahme sichtbarer Schäden sei der Zustand der Waldbäume insgesamt aber zufriedenstellend. Besonders betroffen sind Eichen. Der Zustand der Kiefern sei hingegen weitgehend stabil.

Günther kündigte an, in den kommenden beiden Jahren jeweils 1,4 Millionen Euro zur weiteren Entwicklung von »klimatoleranten« Mischwäldern zu investieren. Dabei werden Kiefernwälder durch Pflanzung und Aussamung von Laubbäumen »angereichert«. Dies soll unter anderem die Grundwasserneubildung fördern und eine Massenvermehrung von Insekten verhindern.

Laut Umweltsenatorin wurden seit 2012 auf 600 Hektar Waldfläche bereits etwa zwei Millionen Laubbäume gepflanzt. Damit sollen die Berliner Wälder besser auf die sich ändernden Umwelt- und Wettereinflüsse eingestellt werden.

Die Baumflächen mit deutlichen Schäden der Schadstufen 2 bis 4 stiegen in diesem Jahr um vier Prozentpunkte auf 15 Prozent. Etwa die Hälfte der Waldfläche (51 Prozent, plus ein Prozentpunkt gegenüber 2016) verzeichnete wie im Vorjahr geringe Schäden der Schadstufe 1. Ein Drittel der Wälder (34 Prozent, minus fünf Prozentpunkte) war ohne Schäden. Die Erhebung beruht auf Stichproben.

Günther betonte, der ungünstige Witterungsverlauf in den Jahren 2015 und 2016, insbesondere die heißen und trockenen Sommer, hätten zu einem Anstieg der sichtbaren Schäden an den Baumkronen geführt. Ein Drittel (34 Prozent) der Eichen seien deutlich geschädigt. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Nur noch etwa ein Fünftel (22 Prozent) der Eichen weist keine Schäden auf (minus 15 Prozentpunkte gegenüber 2016).

Laubbäume wie Eichen reagierten im Vergleich zu Nadelbäumen schneller auf Stressfaktoren wie Hitze, hieß es zur Begründung. Sogenannte biotische Schäden durch Insekten und Pilze wurden in diesem Jahr hingegen weniger festgestellt.

Allein in diesem Jahr wurden laut Umweltverwaltung auf mehr als 110 Hektar Wald mehr als 400 000 Bäumen zusätzlich gepflanzt. Wenn bis 2050 jährlich weitere 100 Hektar pro Jahr mit Laubbäumen bepflanzt werden, würde die Berliner Wälder zu 60 Prozent aus Mischwald bestehen. Der durch den Klimawandel verursachte Niederschlagsverlust könnte damit kompensiert werden, sagte der Leiter der Berliner Forsten, Elmar Lakenberg.

Günther betonte, »im Prinzip ist der Berliner Wald in keinem schlechten gesundheitlichen Zustand«. Die »grüne Lunge« der Stadt funktioniere. Sie versorge die Stadt nicht nur mit sauberer Luft, sondern biete darüber hinaus Millionen von Menschen auch Erholung.

Extreme Wetterereignisse wie der Sturm »Xavier« Anfang Oktober hätten allerdings Schäden verursacht, »die schnellstmöglich behoben werden müssen«, sagte Günther. Mindestens 46 000 Bäume waren den Angaben zufolge bei dem Sturm in den Wäldern der Hauptstadt umgestürzt oder stark geschädigt worden. In den Berliner Straßen, Parkanlagen und Friedhöfen wurden mindestens 10 000 Bäume geschädigt. Allerdings finden sich die Schäden der beiden Oktoberstürme »Xavier« und »Herwart« noch nicht in der Bilanz des Waldzustandsberichtes 2017.

Der Wald in den Grenzen der Hauptstadt besteht laut Senatsumweltverwaltung aktuell zu knapp 60 Prozent aus Kiefern, rund 21 Prozent aus Eichen, vier Prozent Buchen sowie etwa aus zehn Prozent anderen Laubbäumen und knapp fünf Prozent anderen Nadelbäumen. epd/nd

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