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  • Politik
  • Belästigungsvorwürfe gegen Trump

Keine Angst vorm weißen Mann

UN-Botschafterin Nikki Haley unterstützt Frauen, die Donald Trump sexuelle Übergriffe vorwerfen

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 3 Min.

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Neue Töne aus der Trump-Regierung: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, unterstützt als erstes Regierungsmitglied öffentlich Frauen, die Donald Trump der sexuellen Belästigung beschuldigt haben. In einem Interview für den US-amerikanischen Fernsehsender CBS forderte sie am Sonntag, dass den betroffenen Frauen zugehört werden müsse.

Sie sei »unglaublich stolz auf die Stärke und den Mut« derer, die sich in den vergangenen Wochen getraut hätten, mit ihren Vorwürfen gegen Hollywood-Prominente und viele andere an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte Haley. »Und ich glaube, dass jede Frau, die sich auf irgendeine Weise verletzt oder misshandelt gefühlt hat, jedes Recht hat, sich zu äußern.«

Mehr als zehn Frauen haben Trump sexuelle Übergriffe vorgeworfen und beziehen sich dabei auf Vorfälle, die sich vor mehreren Jahren abgespielt haben sollen.

Schon im Wahlkampf um die Präsidentschaft verursachte ein Video von Trump einen Skandal, in dem er sich sexistisch über Frauen äußerte. »Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles machen«, sagte Trump darin. Und: »Fass ihr an die Muschi.« Im Nachhinein tat er diese Äußerungen als »locker room talk«, also als harmloses Umkleide-Gerede ab. Später drohte er damit, alle Frauen, die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen, nach der Wahl am 8. November verklagen zu wollen. Der Grund: Sie lögen. Noch im Oktober dieses Jahres sagte Trumps Sprecherin, Sarah Sanders, bei einer Pressekonferenz, dies sei auch die offizielle Position des Weißen Hauses.

An anderer Stelle hatte Sanders im Bezug auf die Vorwürfe gegen Trump erklärt, das amerikanische Volk habe sich im November vergangenen Jahres für ihn als Präsidenten entschieden und damit die - vor der Wahl geäußerten - Anschuldigungen zu den Akten gelegt. Dazu sagte UN-Botschafterin Haley: »Ich weiß, dass er gewählt worden ist. Aber Frauen sollten nie Scheu haben müssen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und wir alle sollten bereit sein, ihnen zuzuhören.« Bisher hat Donald Trump nicht öffentlich auf die Aussagen seiner Botschafterin reagiert.

Haley ist die erste Frau, die Trump für einen Kabinettsposten aufgestellt hat. Dabei hatte die 45-Jährige, die selbst Tochter indischer Einwanderer ist, zuvor Trumps Einwanderungspolitik scharf kritisiert und zugegeben, kein »Fan« des 45. US-Präsidenten zu sein. Im Wahlkampf war sie Unterstützerin von Trumps Rivalen Marco Rubio.

Nikki Haley, geborene Nimrata Randhawa, ist im Bundesstaat South Carolina aufgewachsen, wo sie 2011 als erste Frau zur Gouverneurin gewählt worden ist. Ihre Eltern gehören der indischen Religionsgemeinsschaft der Sikhs an. Haley konvertierte jedoch später zum Christentum. Die Eltern waren die ersten indischen Einwanderer in Haleys Heimatort Bamberg (US-Bundesstaat South Carolina) , der Vater arbeitete als Biologie-Professer, die Mutter eröffenete ein Bekleidungsgeschäft, in dem Haley sich um die Buchhaltung kümmerte. Nach ihrem Buchhaltungsstudium machte Haley aus dem Geschäft ihrer Mutter ein erfolgreiches Unternehmen mit Millionenumsätzen, bevor sie in die Politik ging.

Sich mit seinen Kritikern auseinanderzusetzen und sie gar politische Ämter bekleiden zu lassen, passt eigentlich so gar nicht zu Trumps Auge-um-Auge-Habitus. Doch abgesehen von ihren aktuellen Äußerungen zu den Missbrauchsvorwürfen unterstützt die konservative Haley, die der rechtpopulistischen Tea-Party-Bewegung angehört, Trumps Linie voll und ganz. Sie engagiert sich gegen Abtreibungen und gleichgeschlechtliche Ehe und will, wie Trump, das von Obama installierte Krankenversicherungssystem abschaffen. Auch von der Verschärfung der Waffengesetze hält Haley nichts. In den neuesten Auseinandersetzungen um Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, steht sie ebenfalls hinter dem Präsidenten. Der Schritt sei eine »mutige Entscheidung gewesen«, sagte Haley. Mit Agenturen

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