Werbung

Danke, schwarze Frauen!

Moritz Wichmann über den Sieg der Demokraten in Alabama

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das Ergebnis der Nachwahl in Alabama habe »ihren Glauben an die Menschheit wiederhergestellt«, schrieben Dienstagnacht Nutzer auf Twitter. Doch in der allgemeinen Erleichterung über die Wahl des Demokraten Doug Jones in den US-Senat ging etwas unter, wem das progressive Amerika diesen scheinbaren Sieg der Vernunft vor allem zu verdanken hatte: schwarzen Frauen.

Vor vier Wochen hatten mehrere Frauen den Republikaner Roy Moore beschuldigt, sie in der Vergangenheit sexuell belästigt zu haben. Die jüngste Betroffene war damals 14 Jahre alt. Zumindest viele Frauen würden nun für Jones stimmen, hätte man vielleicht vermutet. Doch die Nachwahlbefragung zeigt: 63 Prozent der weißen Frauen stimmten für Moore. Für den Sieg der Demokraten sorgten Alabamas schwarze Frauen.

Schon bei den Präsidentschaftswahlen 2008, 2012 und 2016 waren sie jene demografische Gruppe, die in den USA am zuverlässigsten zur Wahl ging. Die Stimmen einer mehrfach diskriminierten Gruppe waren im mehrheitlich weißen und tief konservativen Alabama das Zünglein an der Waage.

Sie bescherten dem ehemaligen Staatsanwalt Jones, der zwei Ku-Klux-Klan-Attentäter angeklagt hatte, die bei einem Bombenanschlag 1963 vier schwarze Mädchen töteten, entscheidende Stimmen für seinen hauchdünnen Vorsprung von 1,5 Prozent. 98 Prozent der schwarzen Frauen votierten für Jones, ihre Wahlbeteiligung war zudem deutlich höher als die schwarzer Männer.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!