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Danke, schwarze Frauen!

Moritz Wichmann über den Sieg der Demokraten in Alabama

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Das Ergebnis der Nachwahl in Alabama habe »ihren Glauben an die Menschheit wiederhergestellt«, schrieben Dienstagnacht Nutzer auf Twitter. Doch in der allgemeinen Erleichterung über die Wahl des Demokraten Doug Jones in den US-Senat ging etwas unter, wem das progressive Amerika diesen scheinbaren Sieg der Vernunft vor allem zu verdanken hatte: schwarzen Frauen.

Vor vier Wochen hatten mehrere Frauen den Republikaner Roy Moore beschuldigt, sie in der Vergangenheit sexuell belästigt zu haben. Die jüngste Betroffene war damals 14 Jahre alt. Zumindest viele Frauen würden nun für Jones stimmen, hätte man vielleicht vermutet. Doch die Nachwahlbefragung zeigt: 63 Prozent der weißen Frauen stimmten für Moore. Für den Sieg der Demokraten sorgten Alabamas schwarze Frauen.

Schon bei den Präsidentschaftswahlen 2008, 2012 und 2016 waren sie jene demografische Gruppe, die in den USA am zuverlässigsten zur Wahl ging. Die Stimmen einer mehrfach diskriminierten Gruppe waren im mehrheitlich weißen und tief konservativen Alabama das Zünglein an der Waage.

Sie bescherten dem ehemaligen Staatsanwalt Jones, der zwei Ku-Klux-Klan-Attentäter angeklagt hatte, die bei einem Bombenanschlag 1963 vier schwarze Mädchen töteten, entscheidende Stimmen für seinen hauchdünnen Vorsprung von 1,5 Prozent. 98 Prozent der schwarzen Frauen votierten für Jones, ihre Wahlbeteiligung war zudem deutlich höher als die schwarzer Männer.

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