Der Zauberer der zwei Welten

Giwi Margwelaschwili ist halb Berliner, halb Georgier. Und ein irrwitzig guter Erzähler. An diesem Donnerstag wird er 90

  • Von Uwe Stolzmann
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Es beginnt wie ein Agententhriller. West-Berlin 1946, ein Freitagabend im Februar: Vor einem Haus hält ein schwarzes Auto, Gardinen vor den Fenstern. Im Haus wohnen ein junger Mann und sein Vater - Giwi und Titus von Margwelaschwili, zwei Georgier, staatenlos. Im Auto sitzen drei Männer in Mänteln; darunter tragen sie Uniformen. Einer geht zum Haus und klingelt, Palaver auf Russisch: Landsleute von drüben würden Titus gern zum Essen einladen. Aha, gut! Ob Sohn Giwi nicht mitkommen wolle? Er will.

Das schwarze Auto fegt vorbei am zerstörten KaDeWe, an der Siegessäule, dann durchs Brandenburger Tor. Giwi bemerkt noch das Schild: »You are leaving the american sector.« Auf der anderen Seite sieht er ein Plakat, das sein, Giwis, Schicksal vorwegnimmt. »Zum Mond geht’s leichter.« Leichter als zurück in den Westen. Unter den Linden wirken die Fremden plötzlich entspannt, sie rauchen, reden. Das Auto hält vor der Kommandantur. Eine Halle,...

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