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Adolf Dresen

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Ich mache das Fernsehen aus Ich mache das Radio aus Ich lege keine Platte auf Ich mache kein Buch auf Ich mache die Türen zu Ich warte nicht, dass es klopfen soll Ich warte nicht, dass ein Brief kommt Ich warte nicht, dass das Telefon klingelt Nach langer Zeit beginne ich ruhig zu atmen Nach langer Zeit geht mein Herz stark Nach langer Zeit beginnt die Stille zu klingen Nach langer Zeit beginnt das Dunkel zu leuchten Nach langer Zeit stoße ich an mich an Nach langer Zeit finde ich Quell und Wurzel

Dieses Gedicht ist entnommen dem »Poesiealbum 332: Adolf Dresen« des Märkischen Verlages Wilhelmshorst (32 S., br., 5 €, Grafik: Volker Pfüller). Die Auswahl besorgte Hans-Dieter Schütt. Lyrik eines der bedeutenden deutschen Theaterregisseure. Volker Braun schrieb über diese dichterische Entdeckung: »Er zeigte sich als Regisseur. Seine eigenen Texte verbannte er auf die Hinterbühne seiner Existenz. Dort, wo die letzte Losung verblasst ist und nie eine Fahne ausgesteckt wird, ist sein krasses Land. Texte aus dem Verlies, die von Freiheit träumen.«

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