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Kamera statt Steine

Wie Filme in Südafrika für Umweltschutz mobilisieren

  • Von Elisabeth Olfermann, Weltfriedensdienst
  • Lesedauer: 3 Min.

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Filme machen anderen Mut, sich selbst aktiv in der eigenen Community einzubringen.
Filme machen anderen Mut, sich selbst aktiv in der eigenen Community einzubringen.

Umweltzerstörung ist auch in Südafrika ein Problem. Die Wasser- und Luftverschmutzung nimmt zu, naturbelassene Erholungsgebiete werden seltener. Nun ist ein weiteres Biotop im Süden Kapstadts in Gefahr: Lange scheint es nicht mehr zu dauern, bis die Natur der Seenlandschaft Princess Vlei vollkommen zerstört ist. STEPS, die Partnerorganisation des Weltfriedensdienstes, hat einen Kurzfilm über die Kampagne der Leute vor Ort gedreht. Dieser Film teilt die Erfahrungen der Aktivisten, regt die Menschen zum Denken und Handeln an und gibt Mut, selbst aktiv zu werden.

Kamera statt Steine: STEPS will Menschen eine Stimme geben.

Nach einer Legende entstand die Seenlandschaft durch die Tränen einer Prinzessin der Khoisan, der ersten Bewohner von Kapstadt. Portugiesische Seefahrer entführten und verschleppten sie in die nahe gelegenen Berge. Traurig über den Verlust ihrer geliebten Heimat, weinte die Prinzessin so sehr, dass ihre Tränen den Berg hinabkullerten und das Princess Vlei formten.

Das Feuchtgebiet ist von wichtiger kultureller Bedeutung für die Menschen vor Ort: Während der Apartheid war es eines der wenigen Natur- und Erholungsgebiete, zu denen schwarze Menschen Zutritt hatten. Auch für das ökologische Gleichgewicht spielt die Seenlandschaft eine wichtige Rolle. Das Princess Vlei beheimatet viele einzigartige Tiere und Pflanzen.

Der STEPS-Film beschreibt, wie sich AnwohnerInnen gegen den Bau eines riesigen Einkaufszentrums stellen. Sie fürchten, dass diese bedeutsame Landschaft bald nicht mehr existieren wird, denn zu der Shopping Mall am Ufer kommen Parkplätze und Straßen, die direkt durch das Biotop führen. Die Baumaßnahmen würden die fragile Umwelt nachhaltig schädigen. Dagegen wehren sich die Menschen.

»Wir werfen keine Steine, wir kämpfen gewaltfrei. Wir pflanzen einfach«, sagt Kelvin Cochrane, Geschäftsmann aus der Umgebung. Sein Gesicht flimmert über die Leinwand, danach ist zu sehen, wie weitere Aktivisten Bäume und Sträucher pflanzen, um die Gegend um Princess Vlei weiter aufzuwerten. Ein anderer Protagonist, der Rapper Emile, erzählt SchülerInnen, welche Geschichte hinter dem Erholungsgebiet steckt. AnwohnerInnen informieren sich auf Führungen über die Einzigartigkeit des Biotops. So unterschiedlich kann Protest aussehen. Die letzte Einstellung des Films gibt Mut: Alle Planungen zum Bau der Mall wurden eingestellt.

Nach 16 Minuten gehen die Lichter im Raum wieder an. Die Moderatorin, eine junge Frau, fragt: »Wie würdet ihr euch fühlen, wenn in eurer Umgebung eine Mall entstehen würde und dadurch die Natur weichen muss?« Das Publikum tauscht sich über den Film aus, verknüpft Gesehenes mit der eigenen Lebensrealität, hinterfragt Mechanismen und eigene Verhaltensweisen. Ziel des Films ist es, anderen Mut zu machen, sich selbst aktiv in der eigenen Community einzubringen. »Wir müssen uns nicht abfinden mit irgendwelchen Bauplänen. Wir können handeln«, sagt die junge Umweltschützerin Nikita im Film.

Neben der Filmproduktion bildet STEPS junge Menschen zu ModeratorInnen aus. Diese zeigen auch »Dressing the Princess« in ihren Communities und moderieren die Gespräche des Publikums. Dabei geben weder sie noch die Filme einfach Antworten, vielmehr werfen sie weitere Fragen auf. Die Veranstaltungen schaffen ein Bewusstsein für bestehende Probleme und ermutigen, sich dieser anzunehmen. Denn sozialer Wandel kann, so der Ansatz von STEPS, nur »von unten« stattfinden.

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