Werbung

Gericht in El Salvador bestätigt 30 Jahre Haft wegen Abtreibung

Junge Frau wurde nicht wegen Schwangerschaftsabbruch, sondern wegen Mord angeklagt

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

São Paulo. Ein Gericht in El Salvador hat eine Haftstrafe von 30 Jahren wegen Schwangerschaftsabbruchs gegen eine junge Frau bestätigt. Teodora del Carmen Vásquez wird Mord in besonders schwerem Fall vorgeworfen, wie die Tageszeitung »El Mundo« am Mittwoch berichtete. Vásquez hatte stets von einem ungewollten Schwangerschaftsabbruch gesprochen. Vor dem Gericht protestierten zahlreiche soziale Organisationen gegen das Urteil. El Salvador ist eines von wenigen Ländern in Lateinamerika, in denen ein generelles Abtreibungsverbot herrscht. Erst 1998 wurde die Gesetzgebung verschärft.

Vásquez wurde bereits 2008 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht erklärte jetzt, es seien keine Beweise für ihre Unschuld gefunden worden. Deshalb werde die ursprünglich Strafe beibehalten. Vásquez sagte, sie habe während ihrer Arbeit in einer Schule starke Unterleibsschmerzen bekommen und dann einen Krankenwagen gerufen. Danach sei sie ohnmächtig geworden. Als sie wieder zu sich gekommen sei, sei sie bereits von Polizei umzingelt gewesen.

Die Strafe für einen Schwangerschaftsabbruch beträgt in El Salvador normalerweise acht Jahre, aber in vielen Fällen werden die Frauen wegen Mordes angeklagt. Dann beträgt die Haftstrafe 30 Jahre. Nach Angaben von Amnesty International sitzen derzeit mindestens ein Dutzend Frauen wegen Schwangerschaftsabbruchs in Haft.

UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad al-Hussein appellierte in der vergangenen Woche bei einem Besuch in El Salvador an Präsident Salvador Sánchez Cerén, den Strafrechtsartikel bei Schwangerschaftsabbruch nicht anzuwenden und alle Fälle von verurteilten Frauen neu zu verhandeln. Auch Amnesty International hatte sich für die Freilassung von Vásquez eingesetzt und der Regierung eine Liste mit 25.000 Unterschriften präsentiert. epd/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen