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Personalie

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der ehemalige Vizepräsident Ecuadors (2013-2017), Jorge Glas, ist das erste große politische Opfer der Korruptionsaffäre des brasilianischen Infrastrukturunternehmens Odebrecht. Am Mittwoch wurde er vom nationalen Gerichtshof Ecuadors zu sechs Jahren Haft verurteilt. Außerdem soll er mit sieben weiteren Verurteilten 33,5 Millionen Dollar (etwa 28,5 Millionen Euro) Schadenersatz an den Staat zahlen.

Glas war einer der engsten Verbündeten des Ex-Präsidenten Rafael Correa und hatte unter diesem seit 2007 verschiedene Ministerämter inne. Hierzu zählte auch das Amt des Strategie-Ministers, in dem der gelernte Ingenieur für die Vergabe von Infrastrukturprojekten zuständig war. Die zuständigen Behörden Ecuadors konnten nach mehr als vier Monaten Ermittlungen nachweisen, dass Glas für öffentliche Aufträge zum Bau von Erdölinfrastrukturprojekten Bestechungsgeld von Odebrecht annahm und den Konzern bei der Vergabe der Aufträge bevorzugte.

Vor dem Hintergrund der Ermittlungsergebnisse wird deutlich, dass der amtierende Präsident Lenín Moreno die richtige Entscheidung traf, als er Glas im August von all seinen politischen Ämtern befreite. Sein Vorgänger Correa kritisierte diesen Schritt stark und warf Moreno vor, damit politisch Oppositionellen in die Hände zu spielen. Innenpolitisch könnte die Verurteilung des ehemaligen Vizepräsidenten jetzt Moreno stärken, der in der letzten Zeit vermehrt mit Intrigen aus der eigenen Partei zu kämpfen hatte. Umgekehrt könnte es Correa schaden, dass er Glas bis zum Schluss unterstütze. Einige Politiker oppositioneller Parteien äußerten schon am Donnerstag Vermutungen, dass Correa von der Korruptionsaffäre gewusst haben müsse und forderten weitere Ermittlungen gegen ehemalige Regierungsmitglieder.

Zweifellos ist die Verurteilung von Glas ein wichtiger und richtiger Schritt in der Aufarbeitung des Odebrecht-Skandals, der weit mehr Regierungen Lateinamerikas ins Schwanken gebracht hat.

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