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Die Grippe ist weg, und Laura Dahlmeier wieder da

Die Überfliegerin des vergangenen Biathlonwinters läuft in Frankreich als Zweite aufs Podest. Nur eine Olympiasiegerin ist schneller

  • Von Sandra Degenhardt, Le Grand-Bornand
  • Lesedauer: 3 Min.

Laura Dahlmeier ist wieder da, wo sie am liebsten ist: auf dem Podium. Zwar noch nicht ganz oben, aber beim letzten Biathlonweltcup des Jahres in Le Grand-Bornand lieferte die 24-Jährige erstmals im Olympiawinter als Sprintzweite ein Spitzenergebnis und den ersehnten Befreiungsschlag ab. »Ich bin sehr, sehr happy und freue mich wahnsinnig«, sagte die siebenmalige Weltmeisterin, die nach ihrem zähen Saisonstart langsam in Fahrt kommt. Wenig später nahm sie lachend bei der Siegerehrung Blumen und die Medaille für ihren ersten Podestplatz der Saison entgegen.

Fehlerfrei musste sie sich am Donnerstag nur der diesmal überragenden zweimaligen Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina geschlagen geben. Doch die Slowakin kann sich gewiss sein: Die deutsche Dominatorin der Vorsaison wird in der Verfolgung am Sonnabend alles dransetzen, ihren 18. Weltcuperfolg einzufahren. »Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in Form gekommen bin. Und ich bin auch noch nicht bei 100 Prozent«, meinte Dahlmeier. Liefen zuletzt in Hochfilzen nach den enttäuschenden Ergebnissen sogar noch die Tränen, strahlte sie diesmal. Schließlich schaffte die 24-Jährige zugleich auch die Olympianorm.

Das gute Mannschaftsergebnis in den französischen Alpen rundeten Denise Herrmann als Fünfte und Maren Hammerschmidt (je ein Schießfehler) als Neunte ab. Die zweimalige Saisonsiegerin Herrmann verfehlte nach einer Strafrunde Platz drei um 9,2 Sekunden. Die frühere Langläuferin zeigte damit, dass ihre Erfolge in Östersund kein Zufall waren. Ihre Rückschläge von Hochfilzen mit insgesamt neun Fehlern und den Plätzen 25 und 28 steckte sie offenbar recht gut weg.

In Frankreich konnte sie ihre Laufstärke nicht ganz so ausspielen wie noch zu Beginn der Saison. »Ich bin nicht mehr ganz so frisch, und die tiefen Bedingungen liegen mir nicht so«, haderte sie mit dem etwas weichen Schnee. Außerdem habe sie erneut »bei den Schießzeiten Sekunden um die Ohren gekriegt. Aber ich hoffe, dass ich im Verfolger an die gute Leistung anknüpfe«, sagte die 28-Jährige. In der Tat schießt Herrmann noch viel langsamer als die meisten ihrer Konkurrentinnen und verliert so wertvolle Sekunden, die sie in der Loipe wieder aufholen muss.

Für das Jagdrennen qualifizierten sich auch Vanessa Hinz als 18., Franziska Hildebrand als 42. und die zuletzt in Hochfilzen erkrankt fehlende Franziska Preuß auf Rang. Während sie nicht zufrieden waren, hatte Laura Dahlmeier allen Grund zum Feiern. In der Vorsaison hatte die deutsche Nummer eins mit sieben Weltcuperfolgen, insgesamt 13 Podestplätzen und den sechs WM-Medaillen für Rekorde gesorgt. Der Anspruch ist nun hoch wie die Erwartungen: die eigenen und die von außen. Da brachten die Plätze zehn und 16 in den Einzelrennen zuletzt in Hochfilzen Dahlmeier sogar zum Weinen. Auch die Überfliegerin musste erkennen, dass sie eine Grippe nicht so leicht wegsteckt. Nun aber ist die Grippe weg, und Dahlmeier wieder da.

Nach dem zähen Saisonstart musste war sie erst mit der späten Startnummer 86 ins Rennen gegangen. Der 24-Jährigen fehlten nach ihren Ausfällen noch genügend Weltcuppunkte, um sich die Startgruppe aussuchen zu können. Doch sie spielte ihre Coolness aus, blieb erstmals in der Saison fehlerfrei und läuferisch nur 20 Sekunden hinter der Schnellsten Kuzmina. Selbst Denise Herrmann war nur 14 Sekunden schneller. dpa/nd

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