Werbung

Böll wird 100

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den am 21. Dezember vor 100 Jahren in Köln geborenen Schriftsteller Heinrich Böll (1917-1985) gewürdigt.

Der Literaturnobelpreisträger habe wesentlich dazu beigetragen, »dass man im Ausland wieder angefangen hat, Deutschland zu vertrauen, und im Inland darauf langsam wieder stolz werden konnte«, erklärte Steinmeier am Sonntagabend laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript im Berliner Schloss Bellevue.

Der Deutsche Kulturrat hatte Böll am Wochenende als einen der bedeutendsten deutschsprachigen Nachkriegsautoren des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Die Bedeutung Bölls erschöpfe sich nicht in seinem literarischen Werk, erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann in Berlin. Er sei »zugleich ein eminent politischer Mensch« gewesen, ein wichtiger »Streiter für Frieden und Versöhnung«.

Böll gehöre auch zu den Wegbereitern einer sozialen Absicherung freiberuflicher Künstler und Publizisten. Die seit mehr als 35 Jahren existierende Künstlersozialkasse gehe auch auf das Engagement von Autoren wie Heinrich Böll zurück, »die sich mutig und streitbar für bessere Arbeitsbedingungen und die soziale Absicherung der Schriftstellerkollegen einsetzten«, erinnerte Zimmermann.

Böll wuchs in Köln auf. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat und kehrte 1945 aus US-Gefangenschaft nach Köln zurück, wo er ab 1947 erste Texte veröffentlichte. Sein Aufstieg begann, als er 1951 den Preis der »Gruppe 47« erhielt. Bis zu seinem Tod wurde er vielfach ausgezeichnet, neben dem Nobelpreis (1972) unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis (1967), der Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974) und der Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln (1982). Das Bundesverdienstkreuz lehnte er 1979 ab.

Werke wie »Ansichten eines Clowns« (1963) und »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (1974) wurden zeitweise Schullektüre. Am 16. Juli 1985 starb der Autor im Alter von 67 Jahren.

Dass der Schriftsteller in den Siebzigern als Terroristensympathisant und Helfershelfer der Roten-Armee-Fraktion (RAF) verunglimpft und beschimpft wurde, weil er sich erlaubte, die außerparlamentarische Linke in Schutz zu nehmen und den Springer-Konzern scharf anzugreifen, hat Steinmeier gewiss vergessen zu erwähnen. Stattdessen lügt der Bundespräsident in seiner »Würdigung« ausgerechnet den bekennenden Linken Böll schamlos um zu einer Art Nationaldichter, der »dazu beigetragen« habe, dass die Deutschen »langsam wieder stolz« auf Deutschland »werden konnten«. So sind sie, die Würdigungsreden in den Zeiten der AfD. epd/tbl

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen